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Politik

Auffrischimpfungen in Bayern und Berlin nach fünf Monaten möglich

Mittwoch, 17. November 2021

/picture alliance, Sven Hoppe

München – Das Gesundheitsministerium hat die Impfzentren in Bayern schriftlich aufgefordert, allen In­teressierten schon nach fünf Monaten eine Boosterimpfung gegen SARS-CoV-2 zu verabreichen. „Diese sollen allen angeboten werden, die nach Ablauf von fünf Monaten eine Auffrischungsimpfung wünschen“, heißt es in dem Schreiben, das zur Weiterleitung an die Impfzentren an die Regierungen verschickt wurde. Auch in Berlin können Menschen ihren Corona-Impfschutz künftig schon fünf statt sechs Monate nach ihrer letzten Impfung auffrischen lassen. Dazu sei eine Landesregelung für die sogenannte Booster-Impfung getroffen worden, teilte die Gesundheitsverwaltung heute mit.

„Im Sinne der Pandemiebekämpfung ist es sinnvoll, einen schnellen, umfassenden und großzügigen Ein­satz von Boosterimpfungen zu wählen“, betont das bayerische Ministerium in dem Schreiben von vorgestern Abend. Und vor allem: „Zurückweisungen Impf­williger sollen möglichst nicht erfolgen.“

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Im Rahmen der ärztlichen Therapiefreiheit könne die Boosterimpfung auch schon fünf Monate nach der letzten Impfung erfolgen. Die Staatsregierung habe sich mit Kabinettsbeschluss vom 15. November auch dafür ausgesprochen – und erklärt, dass der Freistaat bestehende Rechtsrisiken eigenständig absichern werde, sollte der Bund dafür den Rechtsrahmen nicht umgehend anpassen.

„D.h. es wird eine entsprech­ende Haftungsfreistellung erfolgen, wenn es durch eine Auffrischungsimp­fung zu einem Gesundheits­schaden bei der geimpften Person kommt und die Impfung nach fünf Mona­ten, aber vor Ablauf von sechs Monaten nach der Zweitimpfung erfolgt ist“, heißt es in dem Brief. Ein­zelne Impfzentren hatten Medienberichten zufolge zuletzt noch Interessierte abgewiesen, wenn die sechs Monate noch nicht um waren.

Dagegen hieß es etwa von der Spitze des Münchner Impfzentrums nun, man sei stets „pro Impfling“ und „pro Impfung“ orientiert und gebe diese Erwartung auch an die eingesetzten Ärzte sowie alle Mitarbeiter weiter. Idealerweise führe man die Boosterimpfung nach sechs Monaten durch – auf Wunsch von Patien­ten und der Staatsregierung aber eben auch schon nach fünf Monaten.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert eine Auffrischungsimpfung für alle Menschen ab 18, auch wenn die letzte Impfung noch nicht sechs Monate her ist.

„Der gemäß Zulassung vorgese­hene Abstand von sechs Monaten zur vollständigen Immunisierung bei Personen ab 18 Jahren ist als zeitliche Richtschnur zu verstehen, der natürlich nicht tagesgenau einzu­halten ist“, heißt es in einem Brief von Spahn und dem Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesverei­nigung, Andreas Gassen, an alle Vertragsärzte in Deutschland.

„Sie können daher jede Patientin und jeden Patienten ab 18 Jahren, auch wenn sie nicht zu den Risiko­gruppen gemäß der aktuellen STIKO-Empfehlung wie ältere Personen, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie medizinisches und pflegerisches Personal gehören, zeitnah und auch vor Ablauf der sechs Monate im eigenen Ermessen impfen“, teilten Spahn und Gassen in dem Schreiben mit. © dpa/aerzteblatt.de

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