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Medizin

Essstörungen der Mutter können sich auf die Hirnentwicklung bei Föten auswirken

Mittwoch, 5. Januar 2022

/Daisy Daisy, stock.adobe.com

Tübingen – Essstörungen bei werdenden Müttern könnten die Hirnentwicklung der Kinder beeinträchti­gen. Das berichtet eine Tübinger Arbeitsgruppe in der Fachzeitschrift European Eating Disorder Review (DOI: 10.1002/erv.2870).

Bei Anorexia Nervosa (AN) zeigen die Betroffenen bekanntlich ein pathologisches Essverhalten wie ex­tre­me Kalorienrestriktion, Essanfälle oder induziertes Erbrechen, was oftmals zu einer unzureichenden Nährstoffzufuhr führt.

Mütterliche AN wird laut den Forschern mit einem erhöhten Risiko für Totgeburten, niedriges Geburtsge­wicht, Geburten im kleinen Gestationsalter und einer ungünstigen kognitiven, psychologischen, Ernäh­rungs- und Essentwicklung des Kindes in Verbindung gebracht.

„Die meisten Erkenntnisse über die Schwangerschaftsfolgen bei Frauen mit einer früheren Essstörung sind jedoch retrospektiv und überwiegend epidemiologischer Natur und stammen aus Kohortenstudien und Selbstauskünften“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

Die Tübinger Forscher wählten daher einen ande­ren Ansatz: Das Studienteam der Abteilung für Psycho­somatische Medizin und Psychotherapie des Uniklinikums Tübingen untersuchte Schwangere mit und ohne Essstörungen während der 27. und 37. Schwangerschaftswoche. Sie setzten dafür ein besonderes Verfahren ein, nämlich eine fetale Magnetoenzephalographie (fMEG), um die Aktivität und den Entwick­lungsstand des fetalen Gehirns zu beurteilen. Sie setzten dazu Tonsignale ein. Das fMEG registrierte, ob und wie schnell das ungeborene Kind diese Reize erfasste und auf sie reagierte.

Die Daten der Pilotstudie zeigen laut der Arbeitsgruppe, dass mit zunehmender Schwere der Essstörung die Reaktionszeit der Föten auf das Tonsignal verlängert war. Während eine kurze Latenzzeit auf eine reifere Hirnfunktionalität hinweise, könne eine verlängerte Reaktion auf Entwicklungsstörungen hindeu­ten.

„Inwiefern diese Reaktionszeiten Aufschluss auf die spätere kognitive und verhaltensbezogene Kindes­ent­wicklung gibt, muss nun in Folgestudien untersucht werden“, berichten die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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