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EMA-Entscheidung zu Coronaimpfstoff für Kinder erwartet

Freitag, 19. November 2021

/pridannikov, stock.adobe.com

Amsterdam – Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) will voraussichtlich Ende nächster Woche über die Zulassung des Coronaimpfstoffes von Pfizer/Biontech für Kinder ab fünf Jahren entscheiden. Die Prüfung der Daten gehe sehr gut voran, erklärte die EMA gestern Abend in Amsterdam.

Der Impfstoff ist in der EU bisher nur für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen. Zunächst hatte die EMA eine Entscheidung bis zum Jahresende angekündigt. Bisher ist in der EU noch kein Coronaimpfstoff für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen. In Israel und den USA dürfen Kinder ab fünf Jahre bereits mit dem Pfizer/Biontech-Präparat geimpft werden.

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Die Hersteller Biontech und Pfizer hatten im Oktober beantragt, dass ihr Präparat auch für Kinder von fünf bis elf zugelassen werden sollte. Der US-Hersteller Moderna beantragte die Erweiterung der Zulassung seines Impfstoffes für Kinder von sechs bis elf Jahren in der EU.

Die deutschen Kinderärzte blicken mit Erleichterung auf die bevorstehende Zulassung, rechnen aber erst im kommenden Jahr mit einer allgemeinen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO). „Wir sind sehr froh, dass der Impfstoff für die Fünf- bis Elfjährigen bald zugelassen wird“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, den Zeitungen des Redaktions-Netzwerks Deutschland (RND).

„Das ist ein großer Moment für den Schutz von Kindern, der Sicherheit bedeutet, weil es dann keine rechtlichen Grauzonen mehr gibt“, erklärte Dötsch. Nach der Zulassung durch die EMA wüssten die Kinderärzte, mit welcher Dosis und Darreichungsform die Impfstoffe an die Kinder verimpft werden könnten.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte dem RND, die EMA werde die Zulassung für den Kinder-Impfstoff von Biontech für Fünf- bis Elf-Jährige wohl bereits am 24. November erteilen. Laut einem Papier des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) soll der Impfstoff aber erst ab dem 20. Dezember in Deutschland zur Verfügung stehen.

Dötsch erklärte: „Der wahrscheinlich kurze Lieferverzug des Kinder-Impfstoffs hängt mit der Darreich­ungsform zusammen. Die unter Zwölfjährigen bekommen nur ein Drittel der Dosis, die Jugendliche erhalten.“

So eine kleine Menge lasse sich nicht gut mit einer Spritze aus den herkömmlichen Ampullen aufneh­men. „Für jüngere Kinder ist also eine eigene Darreichungsform nötig, die gut verimpfbar ist“, ergänzte er.

Auch die Empfehlung der STIKO erwarten die Mediziner erst in einigen Monaten. „Ich sehe keine Chance für eine STIKO -Empfehlung in diesem Jahr“, sagte der Kinderarzt und Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Jakob Maske. Für die gesunden Kinder werde sich die STIKO schwerer tun und mehr Daten sowie Zeit brauchen.

Für Jüngere mit schweren chronischen Erkrankungen erwartet Maske hingegen eine schnellere Empfehlung. „Die meisten Kinderärzte werden auf die Empfehlung der STIKO warten“, sagte der Mediziner. Die Nachfrage nach Impfungen für unter Zwölfjährige sei in den Kinderarztpraxen zudem aktuell noch sehr gering. © dpa/aerzteblatt.de

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