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Politik

RKI: Auch Geimpfte sollten sich bei Besuch von Älteren testen

Freitag, 19. November 2021

/ink drop, stock.adobe.com

Berlin – Das Robert Koch-Institut (RKI) ruft geimpfte wie ungeimpfte Menschen dazu auf, alle nicht not­wendigen Kontakte zu reduzieren. Insbesondere vor nötigen Treffen mit besonders von Corona ge­fähr­deten Menschen rät das RKI unabhängig vom Impfstatus zum Test. Das geht aus dem Wochenbericht des Instituts von gestern hervor.

Zudem rät es „dringend dazu, größere Veranstaltungen und enge Kontaktsituationen wie zum Beispiel Tanzveranstaltungen und Clubs abzusagen beziehungsweise zu meiden“.

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Das RKI stuft die aktuelle Entwicklung weiterhin als „sehr besorgniserregend“ ein. Es sei zu befürchten, dass die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten überschritten werden. „Dies betrifft auch die intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten für schwere Erkrankungen anderer Ursache.“

Bei Atemwegserkrankungen wie etwa Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten wird allen Menschen wei­terhin „dringend empfohlen“, daheim zu bleiben, zudem jedoch einen Hausarzt zu kontaktieren und dort einen PCR-Test machen zu lassen.

Das RKI schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der nicht oder nur einmal geimpften Menschen „ins­gesamt als sehr hoch ein“. Für vollständig Geimpfte werde sie als „moderat, aber aufgrund der stei­genden Infektionszahlen ansteigend“ angenommen.

Die Zahl der Infektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner ist erneut in allen Altersgruppen deut­lich gestiegen. Den höchsten Wert hatten in der vergangenen Woche die 10- bis 14-Jährigen mit 718 ge­meldeten Neuinfektionen. Eine Woche zuvor waren es 416. Es folgten die 5- bis 9-Jährigen mit 625 (Vorwoche 350) und die 15- bis 19-Jährigen mit 467 (Vorwoche 305). In Schulen wird besonders häufig getestet.

In allen Altersgruppen ist das Risiko für einen Klinikaufenthalt wegen COVID-19 bei Ungeimpften um ein Mehrfaches höher als bei den Geimpften, wie das RKI in einer Grafik zeigt. Dennoch sinkt die geschätzte Impfeffektivität unter anderem mit zunehmenden zeitlichen Abstand zur Spritze.

Die Wirksamkeit gegen eine symptomatische COVID-19-Erkrankung betrug für die vergangenen vier Wochen in der Altersgruppe 18 bis 59 Jahre etwa 70 Prozent und bei Menschen ab 60 Jahren, die zuerst geimpft worden waren, etwa 67 Prozent. Mit Blick darauf, in eine Klinik, eine Intensivstation zu kommen oder gar zu sterben war die Effektivität noch wesentlich höher.

Das Institut geht bei den Klinikeinweisungen von einer erheblichen Meldeverzögerung aus und schätzt die tatsächlichen Zahlen wesentlich höher ein als die jeweils gemeldeten. Dennoch sei die täglich veröf­fentlichte Zahl der Hospitalisierungen pro 100.000 Menschen und Woche wichtig, die gestern bei 5,3 lag.

Die Zahl der Kinder von 0 bis 14 Jahren mit anderen Atemwegserkrankungen ist im Vergleich zur der Vorwoche deutlich gestiegen und liegt deutlich höher als in den Vorsaisons um dieselbe Zeit. Mediziner gehen davon aus, dass viele Kinder aufgrund von Kitaschließungen und anderen Coronamaßnahmen im vergangenen Winter und Frühjahr bisher nicht in Kontakt mit bestimmten Erregern gekommen sind und das Immunsystem daher nicht darauf eingestellt ist. © dpa/aerzteblatt.de

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