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Medizin

COVID-19: Überlastung der Intensivstationen führt zu einer Übersterblichkeit in der Gesellschaft

Freitag, 19. November 2021

Auf einer Intensivstation in Clearwater, Florida, USA. /picture alliance, ZUMAPRESS.com, John Pendygraft

Washington – Immer wenn die Zahl der Belegungen auf den Intensivstationen eine kritische Grenze überschreitet, kommt es in den Wochen danach zu einem Anstieg der Übersterblichkeit im Land. Dies zeigen Berechnungen einer US-Behörde im Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR, 2021; 70: 1613-1616).

Die Belegungsquote einer Intensivstation ist ein Stressindikator für die gesamte Klinik, deren Folgen die gesamte Gesellschaft zu spüren bekommt. Wenn alle Betten mit COVID-19-Kranken belegt sind, fehlt es an Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit anderen Erkrankungen. Diese werden suboptimal ver­sorgt, wenn sie nicht sogar aus Angst vor einer Erkrankung den Kontakt mit dem Gesundheitswesen vermeiden.

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Eine COVID Task Force der „Cybersecurity & Infrastructure Security Agency“ (CISA), eigentlich zuständig für die Abwehr von Hackerangriffen, hat die Belegungszahlen von US-Kliniken mit den Sterbezahlen in der Bevölkerung in Beziehung gesetzt. Das Ergebnis war eine Exponentialfunktion.

Bis etwa zu einer Belegungsquote von 50 % war der Einfluss auf die Exzesstodesfälle gering. Danach kommt es zu einem immer steileren Anstieg. Nach den Berechnungen von Geoffrey French und Mitar­beitern muss bereits bei einer Belegungsquote der Intensivstationen von 75 % landesweit 2 Wochen später mit 12.000 zusätzlichen Todesfällen gerechnet werden (95-%-Konfidenzintervall 8.623 bis 17.294).

Wenn die Belegungsquote auf 100 % steigt, kommt es in den USA 2 Wochen später zu 80.000 (53.576-132.765) zusätzlichen Todesfällen. Das 1. Szenario wurde laut French in den USA wieder er­reicht.

Am 25. Oktober waren die Intensivstationen des Landes bereits seit 12 Wochen zu mehr als 75 % belegt. Wenn die Berechnungen zutreffen, wird die Delta-Welle erneut zu einem Anstieg der Sterblichkeit in der Gesamtbevölkerung führen. © rme/aerzteblatt.de

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