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Medizin

SARS-CoV-2: Delta führt zu mehr Todesfällen bei Schwangeren und Feten

Montag, 22. November 2021

/Andrey Popov, stock.adobe.com

Atlanta/Georgia und Jackson/Mississippi – Eine Infektion mit SARS-CoV-2 gefährdet das Leben von Schwangeren und ihrem Kind. 2 Studien im Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR, 2021; DOI: 10.15585/mmwr.mm7047e1 und e2) zeigen, dass die Zahl der Totgeburten und der Todesfälle in der Schwangerschaft mit der Dominanz der Delta-Variante noch einmal zugenommen hat – auch wenn beide Ereignisse sehr selten sind.

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Totgeburten, definiert als die Geburt eines toten Kindes nach der 20. Gestationswoche, sind selten. Unter 1,25 Millionen Kindern, die seit März 2020 an 76 Kliniken in den USA geboren wurden, gab es 8.154 Totgeburten. Bei den Müttern, die in der Schwangerschaft nicht an COVID-19 erkrankt waren, lag die Häu­figkeit bei 0,6 %. Bei Schwangeren mit COVID-19 war die Rate bereits vor dem Auftreten der Delta-Variante mit 1,0 % erhöht. Carla DeSisto von den Centers for Disease Control and Prevention und Mitar­beiter in Atlanta ermitteln ein adjustiertes relatives Risiko (aRR) von 1,47, das mit einem 95-%-Konfi­denz­intervall von 1,27 bis 1,71 signifikant war.

Seit dem Juli ist die Rate sprunghaft auf 2,7 % gestiegen. Das bedeutet, dass in den USA jede 37. Schwan­gerschaft nach COVID-19 mit einer Totgeburt endet (was befürchten lässt, das es auch vor der 20. Woche zu einem Anstieg der Fehlgeburten kommt). DeSisto ermittelt eine aRR von 4,04 (3,28 bis 4,97), also ein 4-fach erhöhtes Risiko.

Auch Todesfälle unter Schwangeren, ein noch selteneres Ereignis, könnten zugenommen haben. Nach anekdotischen Berichten haben Laurin Kasehagen vom Mississippi State Department of Health in Jack­son und Mitarbeiter eine Analyse durchgeführt. Zwischen dem 1. März 2020 und dem 6. Oktober 2021 waren in dem Bundesstaat insgesamt 1.637 SARS-CoV-2-Infektionen während der Schwangerschaft ge­meldet worden. Darunter waren 15 COVID-19-assoziierte Todesfälle, was eine Inzidenz von 9 Todes­fällen pro 1.000 SARS-CoV-2-Infektionen ergibt. Von den 15 Todesfällen waren 6 vor der Deltawelle aufgetre­ten. Die Inzidenz betrug 5 Todesfälle pro 1.000 SARS-CoV-2-Infektionen während der Schwanger­schaft mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,7 bis 10,3.

Die übrigen 9 Todesfälle wurden während der Delta-Welle gemeldet. Die Inzidenz stieg auf 25 Todesfälle pro 1.000 SARS-CoV-2-Infektionen (11,3 bis 46,8) während der Schwangerschaft an. Keine der 15 gestor­benen Schwangeren war laut Kasehagen vollständig gegen SARS-CoV-2 geimpft.

Die Häufigkeit von tödlichen Verläufen von SARS-CoV-2 unter nicht-schwangeren Frauen im gebärfähi­gen Alter lag in Mississippi im gleichen Zeitraum bei 2,5 pro 1.000 Infizierte.

© rme/aerzteblatt.de

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