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Ärzteschaft

Herbert-Lewin-Preis 2021 zur Rolle der Ärzteschaft im Dritten Reich verliehen

Dienstag, 23. November 2021

/dpa

Berlin – Zum achten Mal wurde heute in Berlin der Herbert-Lewin-Preis zur Aufarbeitung der Geschichte der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus verliehen. Den Preis vergab die Jury für die Arbeit von Stephan Heinrich Nolte und Vera Trnka mit dem Titel „In den Grauzonen der Geschichte – der Prager Kinderarzt Berthold Epstein (1890-1962)“.

Mit dem vom Bundesministerium für Ge­sundheit (BMG), der Bundesärztekammer (BÄK), der Bundeszahn­ärztekammer (BZÄK), der Kassenärztli­chen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenzahnärztlichen Bun­desvereinigung (KZBV) ausgeschriebe­nen Forschungspreis wurde die gemeinsame wissenschaftliche Ar­beit des Kinderarztes Nolte und der tschechischen Bio­chemikerin Trnka prämiert.

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Die preisgekrönte Darstellung behandelt die ungewöhnliche Lebensge­schichte des Pädiaters Berthold Epstein, der in Auschwitz als Häftlingsarzt überlebte und nach der Be­freiung in Prag praktizierte.

Dieses vorbildliche Gemeinschaftswerk liefert laut Jury gleichzeitig ein eindrucksvolles Beispiel für die deutsch-tschechisch-jüdische Verständigung in der Gegenwart. Die Arbeit sei zudem gut dokumentiert und illustriert, anrührend und spannend geschrieben.

Außerdem werfe die Darstellung ein bezeichnendes Licht auf die schwierige Situation und die weitere Anfeindung jüdischer Ärzte nach dem Nationalsozialismus in Osteuropa, wie am Beispiel der Tschechos­lowakei gezeigt werde.

Zudem lobte die Jury die in deutscher und englischer Sprache erschienene jüdische Miniatur über das Leben der Kinderärztin Lucie Adelsberger von Benjamin Kuntz, die von großem Engagement für das Schicksal jüdischer Ärzte im Nationalsozialismus zeuge und auch Anstoß gegeben habe für weiteres Gedenken.

Ziel des mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Herbert-Lewin-Preises ist neben der Förderung der histo­rischen Aufarbeitung der Rolle der Ärzteschaft im Dritten Reich auch die Erinnerung an engagierte Ärzte und Zahnärzte, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.

Zugleich soll das Interesse nachfolgender Generationen für die Aufarbeitung der Vergangenheit geweckt werden. Die Preisträger werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt, deren Mitglieder von den Trä­gerorganisationen und dem Zentralrat der Juden in Deutschland benannt wurden. © aha/aerzteblatt.de

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