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Medizin

Grippe: Kombinierte Impfung kann Impfquote senken

Dienstag, 21. Dezember 2021

/Khunatorn, stock.adobe.com

Boston – Senioren, die den Zosterimpfstoff zusammen mit ihrer jährlichen Grippeimpfung erhalten hatten, blieben im folgenden Jahr der Grippeimpfung häufiger fern. Eine Studie in JAMA Network Open (2021; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2021.35362) macht hierfür die Nebenwirkungen des neuen Zosterimpfstoffs verantwortlich.

Die Grippeimpfstoffe sind gut verträglich. Die gelegentlichen Schmerzen an der Einstichstelle sind in der Regel die einzigen Nebenwirkungen. Anders ist dies beim Herpesimpfstoff. Der heute verwendete rekombinante Varizella-Zoster-Impfstoff führt bei etwa der Hälfte der Patienten zu systemischen Reaktionen.

Diese sind zwar „Ausweis“ einer guten Schutzwirkung gegen eine Gürtelrose, die vermutlich lebenslang anhält. Systemische Nebenwirkungen könnten jedoch Menschen davon abhalten, an weiteren Impfter­minen teilzunehmen.

Aus diesem Grund kann die gemeinsame Verimpfung des Varizella-Zoster-Impfstoffs mit der jährlichen Grippeschutzimpfung problematisch sein. Benjamin Rome vom Brigham and Women's Hospital in Boston und Mitarbeiter haben hierzu die Daten der Firma Optum ausgewertet, die als „pharmacy benefit manager“ verschiedene Krankenversicherer in den USA berät und dazu die Daten von 17 Millionen Versicherten auswertet.

Darunter waren 89.237 Senioren im Alter von median 72 Jahren, die in der Saison 2018/19 an der jährlichen Grippeimpfung teilnahmen. Davon erhielten 27.161 Senioren zugleich den Varizella-Zoster-Impfstoff, der vor kurzem neu eingeführt worden war. Im nächsten Jahr kamen 87,3 % erneut zur Grippeimpfung. Von den 62.076 Senioren, die nur die Grippeimpfung erhalten hatten, nahmen dagegen 91,3 % an der nächsten Grippeimpfung teil.

Der Unterschied mag gering erscheinen, doch die Häufigkeit der „Impfvermeider“ war nach den Berechnungen von Rome nach der kombinierten Impfung um 26 % höher. Die adjustierte Odds Ratio von 0,74 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,71 bis 0,78 signifikant.

Auch wenn eine retrospektive Studie niemals eine Kausalität beweisen kann, liegt für Rome die Vermutung nahe, dass die „schlechten Erfahrungen“, sprich die systemischen Nebenwirkungen des Varizella-Zoster-Impfstoffs, einige Senioren davon abgehalten haben, an der nächsten Grippeimpfung teilzunehmen. Rome rät den Ärzten, die Patienten bei einer kombinierten Impfung detailliert über die Nebenwirkungen beider Impfstoffe zu informieren (wenn sie ihre Patienten behalten wollen). © rme/aerzteblatt.de

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