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Prozess um Bluttests: Holmes weist Täuschung vor Gericht zurück

Dienstag, 23. November 2021

Elizabeth Holmes/picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Nic Coury

San José – Die wegen Betrugs vor Gericht stehende frühere US-Bluttestunternehmerin Elizabeth Holmes hat den Vorwurf der Täuschung zurückgewiesen. Sie habe auch wegen positiver Rückmeldungen anderer Forscher an die Technologie ihres Bluttestunternehmens geglaubt, sagte die 37-Jährige gestern vor Ge­richt im kalifornischen San José. „Ich nahm an, dass wir die Entwicklungsziele für dieses System erreicht haben“, sagte Holmes.

Holmes berichtete in ihrer Zeugenaussage, wie ihr Unternehmen Theranos ein Gerät entwickelte, das mit wenigen Tropfen Blut aus der Fingerkuppe verschiedene Krankheiten erkennen sollte. Sie sei der Auffas­sung gewesen, dass die Maschine „jeden Bluttest durchführen kann“, sagte Holmes. Ihre Anwälte legten dem Gericht E-Mails mit positivem Feedback als Beweismittel vor.

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Die Staatsanwaltschaft wirft Holmes vor, Investoren, Ärzte und Patienten mit dem Versprechen einer re­volutionären Technologie für schnelle und kostengünstige Bluttests vorsätzlich getäuscht zu haben. Bei einer Verurteilung wegen Betrugs und Verschwörung zum Betrug droht ihr eine langjährige Haftstrafe. Holmes' Verteidiger argumentieren, ihre Mandantin habe ohne Vorsatz „Fehler“ gemacht. Sie habe ledig­lich versucht, eine Vision umzusetzen, sei aber daran gescheitert.

Holmes hatte ihr Unternehmen 2003 mit nur 19 Jahren gegründet. Die charismatische Jungunterneh­me­rin und Selfmade-Milliardärin wurde jahrelang als Silicon-Valley-Pionierin gefeiert. Für den Verwal­tungs­rat ihres Unternehmens konnte sie Prominente wie Ex-Außenminister Henry Kissinger und den späteren Verteidigungsminister James Mattis gewinnen. Später wurde klar, dass ihre Bluttestgeräte gar nicht funktionieren.

Der Betrugsprozess gegen Holmes hatte im September begonnen. Seither sagten mehr als zwei Dutzend Zeugen vor Gericht aus. Am Freitag war dann die Angeklagte selbst in den Zeugenstand getreten, gestern setzte sie ihre Aussage fort. © afp/aerzteblatt.de

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