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Medizin

Warum Immuntherapien bei Non-Hodgkin-­Lymphomen häufig schlecht anschlagen

Freitag, 7. Januar 2022

Diffus-großzelliges B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom/David A Litman, stock.adobe.com

Berlin – Immuntherapien sind ein wichtiger Bestandteil verschiedener Krebsbehandlungen. Bei aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen hingegen versagen Ansätze häufig, bei denen das Immunsystem mit unterschiedlichen Strategien dazu gebracht werden soll, die Tumorzellen anzugreifen.

Eine wahr­scheinliche Ursache für dieses Versagen hat jetzt ein Team um Armin Rehm aufgespürt, Leiter der Arbeitsgruppe „Translationale Tumorimmunologie“ am Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). Die Arbeitsgruppe berichtet darüber im Fachmagazin Cell Reports (2021; DOI: 10.1016/j.celrep.2021.109878).

„Aus einer früheren Studie wussten wir, dass aggressive Lymphome wie das diffus-großzellige B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom das Wachstum kapillarähnlicher kleiner Gefäße in den Lymphknoten anregen“, umreißt Rehm den Ausgangspunkt der neuen Studie.

Auf diese Weise stellten die Tumorzellen sicher, dass sie während ihres schnellen Wachstums optimal mit Nährstoffen versorgt werden. „Gleichzeitig zeigten uns mikroskopische Untersuchungen, dass in den befallenen Lymphknoten nur sehr wenige Blutgefäße mit großem Durchmesser zu finden waren“, so Rehm.

In der aktuellen Arbeit haben die Forscher zunächst an Mäusen untersucht, wie es zum Verlust der sogenannten hochendothelialen Venolen in den Lymphknoten kommt. „Wir haben eine komplizierte Kaskade von Veränderungen entdeckt, bei der unter anderem Gerüststrukturen im Lymphknoten zerstört werden“, erklärt der Erstautor der Studie, Lutz Menzel aus der Arbeitsgruppe von Rehm. Dies führe letztendlich dazu, dass sich die hochendothelialen Venolen in Blutgefäße umwandeln, über die Immunzellen keinen Zugang mehr zu den Krebszellen haben.

Diese Beobachtungen am Mausmodell konnte das Team anschließend im menschlichen Krebsgewebe bestätigen. Zur Validierung der Ergebnisse dienten fast 80 Gewebeproben von Patienten mit einem aggressiven Non-Hodgkin-Lymphom.

„Besonders für die Krebsimmuntherapie ist es von entscheidender Bedeutung, die Gegebenheiten der Mikroumgebung des Tumors zu kennen. Nur so lassen sich Strategien entwickeln, mit denen zum Beispiel therapeutische T-Zellen den Tumor erreichen, um ihn dort direkt bekämpfen zu können“, so Menzel.

An der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Studie waren mehrere Teams des MDC beteiligt, unter anderen die von Uta Höpken geleitete Arbeitsgruppe „Mikroumgebung als Regulator bei Autoimmunität und Krebs“. © hil/aerzteblatt.de

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