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Deutsches Medizinhistorisches Museum zeigt Schau zum Thema Aids

Dienstag, 28. Dezember 2021

/dpa

Ingolstadt – „In the Name of Love!“ heißt die neue Sonderausstellung des Deutschen Medizinhisto­rischen Museums Ingolstadt (DMMI). Sie widmet sich noch bis zum 13. März 2022 dem Thema Aids und dem gesellschaftlich-künstlerischen Umgang damit.

„Zu Beginn der 1980er-Jahre häuften sich Meldungen über eine rätselhafte Krankheit“, heißt es in der Ankündigung. Was anfänglich als Problem einiger Randgruppen abgetan worden sei, habe sich rasch zu einer ernsthaften Gesundheitskrise entwickelt.

„Aids und HIV, wie die Krankheit und das sie auslösende Virus schließlich genannt wurden, stellten Me­dizin, Politik und Zivilgesellschaft vor ungeahnte Heraus­forderungen. Weltweit infizierten sich tausende Menschen, die meisten verstarben angesichts fehlender Therapien innerhalb kürzester Zeit.“

In dieser Lage sind laut Museum vielerorts „Names-Projects“ entstanden. „Man wollte zeigen, dass hinter der nüchternen Todesstatistik konkrete Personen und individuelle Schicksale standen. Dazu gestalteten Lebensgefährt*innen, Angehörige oder Freund*innen ein Erinnerungstuch und übergaben es den Initia­tiven, die jeweils acht Tücher zu einem größeren Quilt verbanden.“

Hunderte von so entstandenen Quilts seien dann im Rahmen einer Gedenkzeremonie an öffentlichen Plätzen ausgelegt worden. Diese riesige Patchworkdecke habe die Dimension von Aids für viele erst begreifbar gemacht.

Das DMMI zeigt nun den 3,80 mal 3,80 Meter großen „Quilt Nr. 21“ aus dem niederländischen „Names-Project“, der dem Museum im Sommer als Schenkung übergeben wurde. „Diese ‚gewebten Erinnerungen‘ an acht Verstorbene künden von einer kompromisslosen Liebe und berühren durch ihre zutiefst persönliche Sicht auf HIV und Aids“, so das Museum.

Zudem werde ein Gedenkbuch gezeigt, das die acht Toten vorstelle. Medienstationen, Plakate und Ob­jekte zu den Aspekten „Unsicherheit“, „Wut“ und „Solidarität“ betteten den Quilt schließlich in die größe­ren Zusammenhänge des Umgangs mit Aids ein.

Weiter heißt es: „Die Ausstellung möchte nicht die Geschichte der medizinischen Aids-Forschung nacher­zählen.“ Sie richte den Blick vielmehr auf Menschen, die auf unterschiedliche Weise mit dieser Krankheit konfrontiert worden seien. „Sie erzählt vom Kampf um Toleranz und gegen das Vergessen, von tiefer Trauer und ungezähmter Wut.“ © kna/aerzteblatt.de

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