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Medizin

SARS-CoV-2: Infektionsrisiko steigt bereits 90 Tage nach der 2. Impfdosis

Donnerstag, 25. November 2021

/dpa, Marijan Murat

Tel Aviv – Das Risiko einer erneuten Infektion mit SARS-CoV-2 steigt nach einer vollständigen Impfung früher an als bisher angenommen. Unter den Mitgliedern eines Krankenversicherers aus Israel kam es einer Analyse im britischen Ärzteblatt (BMJ 2021; DOI: 10.1136/bmj-2021-067873) zufolge bereits 90 Tage nach der 2. Dosis des mRNA-Impfstoffs BNT162b2 zu einer erneuten Zunahme der Infektionen.

Israel war im Dezember letzten Jahres eines der ersten Länder, das die Bevölkerung gegen COVID-19 geimpft hat. Die Impfquote war hoch und das Land schien gegen weitere Erkrankungswellen geschützt. Doch im Juli stiegen die Infektionszahlen wieder rasch an. Getragen wurde die 3. Welle vor allem durch zahlreiche Impfdurchbrüche.

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Forscher des Krankenversicherers Leumit Health Services haben jetzt die Daten von 80.057 Erwachsenen (Durchschnittsalter 44 Jahre) ausgewertet, bei denen mindestens 3 Wochen nach ihrer 2. Injektion ein PCR-Test durchgeführt wurde.

Der Anteil der positiven Ergebnisse, die einen Impfdurchbruch anzeigen, nahm mit der Zeit zu. In den Tagen 21 bis 89 nach einer 2. Dosis wurden 1,3 % der Teilnehmer positiv getestet. In den Tagen 90 bis 119 waren es bereits 2,4 %. In den Tagen 120 bis 149 stieg der Anteil auf 4,6 %, im Zeitraum von 150 bis 179 Tagen auf 10,3 % und danach auf 15,5 % an.

Aus dem Anteil der positiven Tests haben Ariel Israel und Mitarbeiter dann den Anstieg des Infektions­risikos berechnet: Im Vergleich zu den ersten 90 Tagen nach der 2. Dosis war das Infektionsrisiko über alle Altersgruppen hinweg nach 90-119 Tagen um das 2,37-fache (95-%-Konfidenzintervall 1,67 bis 3,36) höher.

Nach 120 bis 149 Tagen stieg die adjustierte Odds Ratio auf 2,66 (1,94 bis 3,66), nach 150-179 Tagen auf 2,82 (2,07 bis 3,84) und für den späteren Zeitraum auf 2,82 (2,07 bis 3,85).

Die Zahlen gelten streng genommen nur für den mRNA-Impfstoff BNT162b2 von Biontech, der einzigen im Land eingesetzten Vakzine. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Zahlen für den mRNA-Impfstoff von Moderna und die vektorbasierten Impfstoffen ähnlich sind. Die Zahlen beziehen sich nur auf das Risiko einer Infektion, nicht aber auf den Schweregrad der Erkrankung. © rme/aerzteblatt.de

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