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Medizin

Moderater Alkoholkonsum verlängert das Leben (doch) nicht

Freitag, 7. Januar 2022

/wellphoto, stock.adobe.com

Greifswald – Moderater Alkoholkonsum ist nicht gesundheitsförderlich. Anderslautende Schlussfolge­rungen aus der Vergangenheit sind wahrscheinlich auf methodische Mängel in den zugrundeliegenden Studien zurückzuführen. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Ulrich John aus der Abteilung für Präventionsforschung und Sozialmedizin am Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald in der Fachzeitschrift PLOS Medicine (2021; DOI: 10.1371/journal.pmed.1003819).

Die in einigen Studien berichtete kürzere Lebenserwartung alkoholabstinent lebender Menschen ist laut der Arbeitsgruppe auf Faktoren wie frühere Alkohol- oder Drogenprobleme oder tägliches Tabakrauchen zurückzuführen.

Ein Wissenschaftlerteam um John hatte bereits in den Jahren 1996 und 1997 in Schleswig-Holstein eine Zufallsstichprobe von 4.028 Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren befragt. Mithilfe eines international standardisierten Interviews wurden frühere Alkohol- und Drogenerkrankungen sowie der Konsum von Alkohol und Nikotin erfasst.

Durch eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) konnte die Forscher nun unter­suchen, welche damaligen Studienteilnehmer wann gestorben sind. Rund jede 10 Person (11 %, 447 Personen) dieser befragten Zufallsstichprobe hatte in den letzten 12 Monaten vor der Befragung keinen Alkohol getrunken.

Die große Mehrheit dieser Personen waren frühere Alkoholkonsumenten (91 %, 405 Personen). Zudem hatten fast 3/4 von ihnen (72 %, 322 Personen) mindestens einen Risikofaktor für eine erhöhte Sterbewahrscheinlichkeit.

Zu diesen Risikofaktoren zählten eine frühere Alkohol- oder Drogenabhängigkeit oder erhöhter Alkohol­konsum (35 %), tägliches Tabakrauchen (50 %) sowie eine nach eigener Einschätzung mäßige oder schlechte Gesundheit (11 %). Ohne Risikofaktoren waren 125 alkoholabstinente Personen.

„Überraschend war für uns der Befund, dass alkoholabstinente Personen ohne Risikofaktoren sich in ihrer Sterbewahrscheinlichkeit nicht von Menschen mit geringem bis moderatem Alkoholkonsum unterscheiden“, fasst John die Ergebnisse zusammen.

„Bisherige Studien legten nahe, dass Menschen, die geringfügige bis moderate Mengen trinken, länger leben. Dies führte lange zur Schlußfolgerung, mäßiger Alkoholkonsum könne gesundheitsfördernde Effekte haben, insbesondere in Bezug auf das Herz-Kreislauf-System. Dies konnten wir nun klar widerlegen“, so der Leiter der Studie. © hil/aerzteblatt.de

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