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Medizin

Rationale für minimal-invasive Verfahren bei Patienten mit chronischen Nackenschmerzen

Montag, 10. Januar 2022

/BigBlueStudio, stock.adobe.com

Winston-Salem – Minimal-invasive Verfahren, wie die Anwendung der Radiofrequenzablation, sollten bei Patienten mit chronischen Nackenschmerzen nur dann zum Einsatz kommen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Amerikanische Forscher schlagen daher in einem Konsensus-Papier (BMJ 2021: DOI: 10.1136/rapm-2021-103111) vor, minimal-invasive Interventionen bei Halswirbelsäulengelenk­schmerzen nur bei bestimmten Kohorten in Betracht zu ziehen.

Nackenschmerzen und Schmerzen im hinteren Kopfbereich sind sowohl in den USA, Ostasien, Nordafrika als auch in Westeuropa häufig und treten mit einer geschätzten jährlichen Prävalenz und Lebenszeitprä­valenz von 37,2% und 48,5% auf. Die zervikalen Facettengelenke gelten bei rund 40% der Patienten mit chronischen Nackenschmerzen und bei mehr als der Hälfte der Patienten mit Nackenschmerzen nach einem Schleudertrauma als primäre Schmerz-Ursache.

Therapieresistent unter konservativer Therapie

Wenn nach 6-wöchiger konservativer Behandlung zum Beispiel mit Schmerzmitteln und Physiotherapie akute Nackenschmerzen nicht rückläufig sind, kommen minimal-invasive Verfahren in Betracht. Gelenk­injektionen, Blockadetherapie und Radiofrequenzablation sind minimal-invasive Verfahren, die zur Reduktion von chronischen Nackenschmerzen beitragen können. Ihre diagnostische und therapeutische Wirksamkeit ist jedoch noch unklar, zum Teil aufgrund von Komplikationsrisiken und mangelnder Evidenzlage.

Unklarheiten bestehen laut Studienautoren insbesondere in Bezug auf die Anwendung der Radiofre­quenz­ablation (RFA), wo derzeit noch einheitliche Therapieempfehlungen fehlen und nicht genau definiert ist, welche Patienten besonders profitieren können.

Amerikanische Fachgesellschaften haben daher ein internationales Expertengremium einberufen, um auf der Grundlage der besten verfügbaren Evidenz Konsensrichtlinien zu erstellen, die Orientierungs­punkte für die klinische Praxis zu geben und die Patientensicherheit zu erhöhen sollen.

Kohorten für RFA

Die Studienautoren erachten eine RFA für bestimmte Patienten-Kohorten mit chronischen Nacken­schmer­zen sinnvoll. Hierzu zählen Patienten, dessen Schmerzen eindeutig den zu behandelnden Gelen­ken zuzuordnen sind, sowie denjenigen, bei denen Symptome nicht von einer Nervenwurzel ausgehen und diejenigen, die eine relevante Schmerzlinderung durch korrekt ausgeführte Blockadetherapie erfahren.

Eines der umstrittensten Themen des Konsensus-Papiers war die Anzahl der Blockadetherapie (ob 1 Mal oder 2 Mal), die vor einer RFA erforderlich erscheint. Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass im Bereich des Nackens eine einzige Blockadetherapie im Vorfeld einer RFA ausreichend ist. Eine häufigere Anwendung wäre mit unnötigen Therapieaufwand und -kosten verbunden, so das Fazit der Experten.

Wichtig ist aber, dass mit einer Blockadetherapie eine ausreichende Schmerzlinderung möglich ist, so dass das Schmerzniveau für Patienten mit chronischen Nackenschmerzen nach einer RFA geringer ausfällt, betonen die Experten. Häufigen Nebenwirkungen der RFA sind unter anderem Schmerzen, Kribbeln/Brennen, Taubheitsgefühl, Schwindel und Verlust des Gleichgewichts bzw. der Koordination, die von einigen Tagen bis zu einigen Wochen nach dem Eingriff anhalten können. Das Verfahren sollte nicht öfter als 2 Mal im Jahr wiederholt werden, empfehlen die Studienautoren. © cw/aerzteblatt.de

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