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Ärzteschaft

Ampelpläne von Krankenhäusern, Chirurgen und Psychotherapeuten begrüßt

Donnerstag, 25. November 2021

/picture alliance, agrarmotive, Klaus-Dieter Esser

Berlin – Die im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP vorgestellten Vorhaben zur Gesundheits­politik werden seitens der Krankenhäuser und Psychotherapeuten begrüßt. Auch der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) äußerte sich positiv.

Aus Sicht der Krankenhäuser stellt der Vertrag eine sehr gute Arbeitsgrundlage für die kommenden vier Jahre dar. „So verstehen wir die Ankündigung der Koalition zu einem Bund-Länder-Pakt bei der Kranken­hauspolitik als den Aufbruch in eine neue Zeit des Dialogs und der politischen Verantwortung“, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß. Man nehme insgesamt Signale wahr, den „bisher schmerzhaften kalten Strukturwandel“ jetzt endlich beenden zu wollen.

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Begrüßenswert sei unter anderem die Absicht der künftigen Koalitionäre, das von Verdi, Deutschem Pflegerat und DKG gemeinsam erarbeitete Pflegepersonalbedarfsbemessungsinstrument (PPR 2.0) kurz­fristig umzusetzen. „Es ist eine ganz wichtige Botschaft der neuen Regierung, das die Pflegenden in den Krankenhäusern als Aufbruch verstehen werden. Der Fachkräftemangel in der Pflege ist eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre“, so Gaß.

Auch die geplante Weiterentwicklung des Systems der diagnosebezogenen Fallpauschalen (DRG) und die Initiative zur Aufweichung der Sektoren­trennung im deutschen Gesundheitssystem sieht die DKG positiv. Entscheidend werde nun sein, dass die künftige Koalition ihre Pläne in den kommenden vier Jahren auch abschließend umsetzen kann.

Der BDC begrüßt den bei Krankenhausplanung und -finanzierung gezeigten Reformwillen der Am­pel­koalitionäre ebenfalls. „Bei alldem müssen wir aber ein gesundes Maß finden. Reformen sind insgesamt gut, wenn der Saldo zwischen Aufwand und Nutzen positiv ist, insbesondere, wenn ein deutliches qualitatives Plus in der Versorgung der Bevölkerung daraus resultiert. Reformen dürfen aber nicht zum Selbstzweck werden. Vor allem dürfen wir die Leistungserbringer nicht mit noch mehr bürokratischen Vorgaben belas­ten“, betonte Hans-Joachim Meyer, Präsident des BDC. Das geplante Bürokratieabbaupaket müsse drin­gend auch wirklich umgesetzt werden.

Der vorgesehene Ausbau der Versorgung an der Sektorengrenze ist aus Sicht des BDC „naheliegend und sachgerecht“. Allerdings müsse der Gesetzgeber klarstellen, dass Leistungserbringer sowohl aus dem am­bu­lanten als auch dem stationären Sektor in diesem Grenzbereich versorgen dürfen“, so Jörg Rüggeberg, Vizepräsident des BDC.

„Die neue Bundesregierung will die Versorgung psychisch kranker Menschen verbessern“, stellte Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), positiv fest. So seien im Koalitionsvertrag ausdrücklich die monatelangen Wartezeiten auf ambulante Behandlungsplätze und entsprechende Re­for­men erwähnt. Auch der geplante Ausbau von ambulanten Komplexleistungen sei zu begrüßen.

Mit der Stärkung der leitliniengerechten psychotherapeutischen Versorgung in psychiatrischen Kranken­häusern sei ein weiteres zentrales Problemfeld benannt und Abhilfe versprochen, so Munz.

Dass die neue Bundesregierung für fremdsprachige Patienten die Sprachmittlung bei notwendiger medi­zinischer Behandlung durch die gesetzliche Krankenversicherung finanzieren will, schätzt die BPtK eben­falls als Erfolg ein. „Für viele psychisch kranke Menschen, die nicht oder noch nicht deutsch sprechen wird damit der Weg in die Behandlung geebnet“, betonte Munz.

„Wir begrüßen den heute vorgestellten Koalitionsvertrag, in dem sich die Forderungen unseres Verbands zu großen Teilen wiederfinden“, kommentierte Gebhard Hentschel, Bundesvorsitzender der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) die Pläne der Ampelkoalition.

Man freue sich über das Bekenntnis der Koalition zu einer sektorenübergreifenden, flächendeckenden und bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung, bei der die ambulante und stationäre psychotherapeu­tische Versorgung besondere Aufmerksamkeit erfordere. © aha/aerzteblatt.de

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