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Intensivmediziner: Impfstatus unwesentlich bei Triage

Freitag, 26. November 2021

/picture alliance, Fabian Strauch

Berlin – Der Impfstatus eines schwer erkrankten COVID-Patienten darf aus Sicht von Intensivmedizinern bei der Entscheidung über die weitere Behandlung keine Rolle spielen.

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) betont diese Maxime in der aktualisierten Fassung ihrer Empfehlungen dazu, wie bei knappen Ressourcen während der Coro­na­pandemie möglichst viele Menschen gerettet werden können.

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Die ärztliche Hilfspflicht gelte unabhän­gig davon, wie das Verhalten des Betroffenen vorher war, sagte Georg Marckmann, Vorstand des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin in München heute.

„Es ist so, dass wir den Lungenkrebs des Rauchers genauso behandeln wie die koronare Herzerkrankung des Übergewichtigen. Und genauso werden wir natürlich auch die COVID-Erkrankung von jemand behan­deln, der sich nicht geimpft hat“, sagte Marckmann. „Wie ein Kollege das mal sehr treffend auf den Punkt gebracht hat: „Wir sind Retter, keine Richter.“

Mit den seit Wochen steigenden Zahlen an Neuinfektionen steigt die Zahl der COVID-19-Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen. In einigen Regionen stoßen die Kliniken bereits an Kapazi­tätsgrenzen, so dass erneut die Frage aufkommt, welche Patienten im Falle begrenzter Ressourcen be­han­delt werden müssen.

Fachleute sprechen in diesem Fall von Triage oder Priorisierung. Im März 2020 hatten acht medizinische Fachgesellschaften Empfehlungen ausgearbeitet, die nun aktualisiert werden.

Wichtigstes Entscheidungskriterium bleibe die Erfolgsaussicht einer Behandlung. Dabei müssten alle bedürftigen Patienten gleich behandelt werden – Nicht-COVID-Patienten etwa mit einem Herzinfarkt- oder Schlaganfall oder auch Krebspatienten dürften gegenüber COVID-19-Patienten nicht benachteiligt werden, betonen die Experten. © dpa/aerzteblatt.de

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