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Medizin

Extreme Hitze setzt Menschen im mittleren Alter stärker zu

Montag, 10. Januar 2022

/Alliance, stock.adobe.com

Boston – An heißen Tagen steigen die Fallzahlen in den Notfallambulanzen. Am meisten gefährdet sind einer Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2021; DOI: 10.1136/bmj-2021-065653) zufolge jüngere männliche Erwachsene, die in gemäßigten Klimazonen wohnen, in denen heiße Tage eher ungewöhnlich sind.

Hitzewellen sind nicht nur für ältere fragile Menschen gefährlich, für die in früheren Studien bereits eine Übersterblichkeit nachgewiesen werden konnte. Heiße Tage können auch bei jüngeren ansonsten gesun­den Menschen eine akute Gesundheitskrise auslösen, wenn sie die Auswirkungen der Temperaturen unterschätzen.

Ein Team um Gregory Wellenius von der Boston University School of Public Health hat die Daten von 74,2 Millionen US-Amerikanern im Alter von über 18 Jahren ausgewertet, die in den Jahren 2010 bis 2019 22 Millionen Behandlungen in Notfallambulanzen ausgelöst hatten.

Die Häufigkeit der Notfälle stieg an wärmeren Tagen, wobei Wellenius keinen Schwellenwert ermitteln konnte. Allerdings kam es an sehr warmen Tagen zu einem deutlichen Anstieg nicht nur bei den hitzebe­dingten Erkrankungen, sondern auch bei Nierenerkrankungen und mentalen Störungen.

Für Tage mit extremer Hitze mit Temperaturen über der 95. Perzentile (in den USA im Durchschnitt 34,4°C) ermittelt Wellenius ein um 7,8 % höheres Risiko für Notaufnahmen insgesamt. Die Zahl der hitzebedingten Störungen nahm um 66,3 % zu. Mit Nierenfunktionsstörungen mussten 30,4 % mehr Patienten behandelt werden. Bei den mentalen Störungen gab es ein Plus von 7,9 %. Notfälle mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (minus 2,2 %) oder Atemwegserkrankungen (minus 5,0 %) gab es an den Hitzetagen dagegen seltener.

Auffällig war, dass vor allem jüngere Menschen der Hitze nicht standhielten. Bei den 25- bis 34-Jährigen kam es zu einem Anstieg um 9,9 %, der nur noch übertroffen wurde von der Altersgruppe der 45- bis 55-Jährigen (plus 10,3 %), während die 75-Jährigen (plus 3,6 %) am wenigsten gefährdet waren. Wellenius vermutet, dass die jüngeren Menschen aus beruflichen Gründen oder in ihrer Freizeit der Hitze ausge­setzt waren, während ältere Menschen eher die kühleren Orte aufsuchten.

Die jüngeren Menschen scheinen dabei die Risiken für sich zu unterschätzen. Dies gilt insbesondere für Männer (plus 9,5 % versus plus 6,5 bei Frauen) und für die Bewohner gemäßigter Klimazonen, in denen Hitzetage eher selten sind. Hier stiegen die Fallzahlen in den Notaufnahmen an den Hitzetagen um 10,6 %.

In den tropischen Regionen im Süden des Landes war dagegen überhaupt kein Anstieg zu verzeichnen. Dies mag allerdings auch daran gelegen haben, dass die medianen Temperaturen hier bereits über 30°C lagen und der Unterschied zu den Hitzetagen nicht sehr groß war. © rme/aerzteblatt.de

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