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Politik

Baden-Württemberg drängt STIKO zu schnellerer Entscheidung bei Kinderimpfung

Freitag, 26. November 2021

/picture alliance, AP, David Zalubowski

Berlin – Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) hat die Ständige Impfkom­mission (STIKO) zu einer schnellen Entscheidung über eine Empfehlung des Kinderimpfstoffs von Bion­tech und Pfizer aufgefordert. „Die STIKO sollte nicht bis zum 20. Dezember mit einer Entscheidung war­ten“, sagte Lucha dem Handelsblatt. Ab dem 20. Dezember sollen in Deutschland 2,4 Millionen Impfdo­sen für Kinder bereit stehen.

„Die Daten, auf die die STIKO zurückgreift, sind da – darauf haben auch die Experten in den USA und in Israel zurückgegriffen“, sagte Lucha. Deshalb sollte die STIKO-Entscheidung zeitnah fallen. „Wir müssen jetzt die deutliche Botschaft senden, dass die Kinderimpfung einen wirksamen Schutz bringt – darauf werden wir unsere Kampagne aufbauen.“

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Grünen-Chefin Annalena Baerbock sagte dem Spiegel, ihr sei wichtig, dass die Kinderimpfung auch logistisch vorbereitet werde. „Erwachsene können notfalls auch mal Stunden für eine Impfung anstehen – mit kleinen Kindern geht das nicht.“

Der Kinderschutzbund warnte davor, zu viel Druck auf die Stiko auszuüben. „Die STIKO muss nun mit Sorgfalt prüfen, ob man Biontech auch für Kinder unter zwölf Jahren in Deutschland empfiehlt“, sagte Verbandspräsident Heinz Hilgers dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dabei dürfe keinerlei politischer Druck ausgeübt werden. „Eine Impfentscheidung obliegt den Eltern in Einvernehmen mit ihren Kindern – je älter die Kinder sind, desto größer muss die Mitsprache sein.“

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbar, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe ebenfalls, er hoffe, dass die Politik nicht wieder Druck auf die STIKO ausübe. „Ich gehe davon aus, dass es zunächst nur eine Empfehlung für Kinder mit schweren Vorerkrankungen gibt“, sagte Fischbach.

Er sehe zudem eine vergleichsweise geringe Rolle der Coronaimpfungen für Kinder im Kampf gegen die Pandemie. „Es wäre falsch, den Druck auf diese Gruppe zu erhöhen, da sie kein Treiber der Pandemie ist.“ Weiterhin seien die ungeimpften Erwachsenen Treiber der Pandemie.

Infizierte Kinder seien dagegen weniger ansteckend und erkrankten auch selbst nur sehr selten schwer an COVID-19. Deswegen müsse der Druck auf ungeimpften Erwachsenen „erheblich wachsen“, sagte Fisch­bach. Die Kinder- und Jugendärzte seien für eine Impfpflicht für Erwachsene. © afp/aerzteblatt.de

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