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Viele Kliniken in Baden-Württemberg schreiben rote Zahlen

Freitag, 26. November 2021

Heiner Scheffold, Vorsitzender der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft/dpa, Sina Schuldt

Stuttgart – Das Pandemiejahr 2021 droht für Krankenhäuser in Baden-Württemberg zum finanziellen Desaster zu werden. Das geht aus einer Befragung der Baden-Württembergischen Krankenhaus­gesell­schaft (BWKG) in den Mitgliedseinrichtungen hervor.

Demnach rechnen 65 Prozent der baden-württembergischen Krankenhausgeschäftsführungen damit, dass ihr Haus das Jahr 2021 mit roten Zahlen abschließen wird. „Inmitten einer Pandemie, in der die Krankenhäuser eine zentrale Rolle für die COVID-19 Patienten einnehmen, lässt die Politik die Kliniken bisher finanziell im Regen stehen“, sagte der BWKG-Vorsitzende Heiner Scheffold.

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Die Krankenhausfinanzierung müsse deshalb ein hervorgehobenes Thema für die Konferenz der Minis­terpräsidenten der Bundesländer am 9.12. und für die neue Bundesregierung sein. „Die Politik muss hier umgehend tätig werden, und zwar auf der Bundes- und der Landesebene“, so Scheffold.

Er forderte, dass die durch die Pandemie wegfallenden Erlöse aus der Patientenbehandlung für alle Krankenhäuser vollständig und nicht nur anteilig ausgeglichen werden. Zudem müssten die überdurch­schnittlichen Kosten, die für die Behandlung von COVID-19-Patienten entstehen, durch dauerhafte Erlöszuschläge finanziert werden.

„Und da die Pandemie nicht am 31.12. enden wird, muss auch für das Jahr 2022 ein wirksamer Schutz­schirm für die Finanzen der Krankenhäuser etabliert werden“, betonte der BWKG-Vorsitzende.

Die Befragung ergab darüber hinaus, dass 92,6 Prozent der Kliniken Schwierigkeiten haben, offene Stellen in der Pflege zu besetzen. „Die Suche nach qualifiziertem Personal bleibt immer öfter erfolglos“, sagte Scheffold. Seit dem Beginn der BWKG-Befragungen 2010 sei es nie so schwierig gewesen, freie Stellen in der Pflege zu besetzten.

„Es muss alles getan werden, damit jeder, der eine Ausbildung zur Pflegefachkraft machen möchte, auch eine machen kann“, forderte der Vorsitzende. Dafür müssten die Reha-Kliniken als Ausbildungsträger schnell zugelassen werden, wie das im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung ja auch vorgesehen sei.

Außerdem müsse es endlich möglich sein, dass ambulante Ausbildungsphasen auch in den Ambulanzen der Krankenhäuser absolviert werden können. Ausländische Fachkräfte müssten zudem schneller anerkannt werden, erklärte Scheffold. © hil/sb/aerzteblatt.de

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