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Medizin

PGT-A trägt nicht zu einer Steigerung der Geburtswahr­scheinlichkeit bei

Dienstag, 11. Januar 2022

/koya979, stock.adobe.com

Marostica – Eine Präimplantationsdiagnostik (PGT-A) auf Mosaikbefunde im Trophektoderm des menschlichen Embryos zeigt keine klinische Relevanz auf die Erfolgsquote von In-Vitro-Fertilisationen in der Reproduktionsmedizin.

Ursprünglich war die Präimplantationsdiagnostik (preimplantation genetic testing for aneuploidy; PGT-A) dafür gedacht, die Effektivität von In-Vitro-Fertilisationen (IVF) zu optimieren. Denn bisher wurde ange­nommen, dass Mosaikembryonen ein geringeres Reproduktionspotenzial haben als euploide (vollstän­diger Chromosomensatz) Embryonen.

Die äußere Zellschicht des Embryos im Blastozystenstadium (Status der befruchteten Eizelle nach circa 5 bis 6 Tagen, bestehend aus mehreren 100 Zellen) heißt Trophektoderm und bildet Mutter-Kind-Verbin­dung­en wie zum Beispiel die Plazenta aus. Im Blastozystenscreening werden innerhalb des PGT-A bei Trophektodermbiopsien häufig Aneuploidien (Abweichungen in der Anzahl von Chromosomen) bei IVF-Embryonen detektiert. Wenn in verschiedenen Zellen unterschiedliche Chromosomensätze vorliegen, wird das als Mosaik-Befund bezeichnet.

Aneuploidien sind häufig

Italienische Reproduktionsmediziner (American Journal of Human Genetics, 2021; DOI: 10.1016/j.ajhg.2021.11.002) untersuchten, welchen Einfluss die Inzidenz und Verteilung von aneuploiden Zellen in menschlichen Präimplantationsembryonen auf das individuelle Entwicklungspotenzial haben.

Zunächst analysierten die Forscher in dieser Studie die Häufigkeit von aneuploiden Zellen in mensch­lichen Blastozysten. Trophektodermanalysen aus einem Datensatz von 6.766 Biopsien (mittleres Alter der Mütter: 38 Jahre) von Embryonen im Blastozystenstadium ergab eine Häufigkeit von diploid-aneuplo­idem Mosaikismus von 18,7 %. In den meisten Fällen wurden niedriggradige (20-30 % aneuploide Zellen) bis mittelgradige (30-50 % aneuploide Zellen) Mosaikkonfigurationen beobachtet.

Im 2. Teil der Arbeit wurde die Fragestellung adressiert, inwiefern sich die Lebendgeburten- und Fehl­geburtenraten bei 282 niedriggradigen, 131 mittelgradigen Mosaikembryonen und 484 Kontrollen (euploid, vollständiger Chromosomensatz) unterscheiden.

Entwicklungspotenzial der Mosaikembryonen nicht beeinträchtigt

Nachuntersuchungen ergaben für alle Phasen (Post-Transfer-, Schwangerschafts- und postnatalen Perio­de), dass niedrig- bis mittelgradige Mosaikembryonen ein ähnliches Entwicklungspotenzial wie euploide Embryonen haben, so das Fazit der Studienautoren. In den untersuchten Schwangerschaften und Gebur­ten wurden keine Fälle von Mosaikismus oder uniparentaler Disomie festgestellt.

Es bleibt weiterhin unklar, ob aneuploide Zellen verhaften, seneszent oder apoptotisch werden oder Vor­läufer des Plazentamosaikismus darstellen, geben die Experten zu bedenken. Die Daten liefern jedoch Hinweise darauf, dass Entwicklungsprogramme existieren, die in der Lage sind, Mosaik-initiierende post­zygotische Aneuploidien in menschlichen Embryonen zu normalisieren.

In den USA werden in der Reproduktionsmedizin jedes Jahr mehr als 50.000 PGT-A-Zyklen unter Mosaik­selektion vor IVF durchgeführt. Die Einbeziehung mutmaßlicher Mosaikembryonen in die Transferaus­wahl würde, laut Einschätzungen der Studienautoren, die Rate an Embryonen und Lebendgeburten nach IVF erheblich steigern. © cw/aerzteblatt.de

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