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Ärzteschaft

KV Berlin warnt vor Triage in Krankenhäusern

Freitag, 26. November 2021

Burkhard Ruppert, Chef der KV Berlin. /picture alliance, Christoph Soeder

Berlin – Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin, Burkhard Ruppert, befürchtet eine Triage an den Krankenhäusern, sollte die Politik nicht umgehend härtere Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie wie einen Lockdown für Ungeimpfte beschließen.

„Wir müssen jetzt reagieren, weil wir sonst in zwei, drei Wochen das ernten, was wir jetzt säen“, sagte Ruppert der Zeitung nd.DieWoche. „Bei den hohen Infektionszahlen werden uns die Intensivabteilungen um die Ohren fliegen. Wir werden in eine Triagesituation kommen, wie wir sie noch nie in Deutschland erlebt haben nach dem Zweiten Weltkrieg.“

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Ruppert weiter: „Wir werden an den Punkt kommen, an dem man überlegen muss, gebe ich das letzte Bett jetzt dem 75-Jährigen, der dreimal oder zweimal geimpft wurde und trotzdem noch mal erkrankt ist. Oder gebe ich es dem 25-Jährigen, der sich um nichts gekümmert hat. Das ist kein Generationskonflikt, das ist ein Konflikt zwischen Geimpften und Ungeimpften, zwischen Solidargemeinschaft und nicht soli­darisch sich Verhaltenden.“

Eine Akutmaßnahme zur Eindämmung der Pandemie sei ein Lockdown für Ungeimpfte, sagte Ruppert. „Und zwar ein ernsthafter Lockdown. Mit allen Konsequenzen für diese Gruppe.“ Er wiederholte auch sei­ne Forderung nach einer allgemeinen Impfpflicht und einer Kostenbeteiligung für Ungeimpfte, sofern sie erkranken und aufgrund einer Coronainfektion in einer Klinik behandelt werden müssen.

„Damit wollen wir der Bevölkerung klarmachen, dass jetzt Schluss ist mit lustig. Es ist vorbei. Die Zeit der Appelle ist zu Ende“, sagte Ruppert. Eine höhere Impfquote sei nötig, mit der aktuellen von 68, 69 Pro­zent sei einfach keine Veränderung der Situation zu erreichen. „Wir müssen – minimum – 85, 90 Prozent impfen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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