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Inklusionsbarometer: Mehr Menschen mit Behinderung arbeitslos

Dienstag, 30. November 2021

/DC Studio, stock.adobe.com

Bonn – Im Oktober 2021 sind mehr Menschen mit Behinderung arbeitslos gewesen als vor der Corona­pandemie. Das in Bonn erschienene „Inklusionsbarometer Arbeit“ der Aktion Mensch und des Handels­blatt Research Institute untersuchte die Folgen der Coronakrise für behinderte Menschen auf dem Ar­beitsmarkt.

Bundesweit gebe es über acht Prozent mehr arbeitslose Personen mit Behinderung als vor der Pandemie, so die Studie. Der Großteil des Anstiegs der Arbeitslosigkeit sei auf ausgebliebene Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen und auf geringere Beschäftigungsaufnahmen im Anschluss an solche Maß­nahmen zurückzuführen, erklärte der Präsident des Handelsblatt Research Institute, Bert Rürup.

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Der Arbeitsmarkt habe sich in den Jahren vor der Coronapandemie für behinderte Menschen positiv ent­wickelt. Aber: „Alle seither erreichten Fortschritte sind verloren“, sagte Rürup. Zudem verbessere sich die Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Behinderung erfahrungsgemäß langsamer als für Nicht-Behin­derte. Dennoch würden auch Menschen mit Behinderung von der für 2022 absehbaren Erholung des Arbeitsmarktes profitieren, vermutet der Wissenschaftler.

Die Aktion Mensch warnt vor der Gefahr, dass immer mehr Menschen in die Langzeitarbeitslosigkeit geraten. Bereits 2020 seien 70.000 Personen mit Behinderung mindestens ein Jahr ohne Beschäftigung gewesen.

„Langzeitarbeitslosigkeit ist auch unabhängig von der derzeitigen Krise ein gravierendes Problem“, er­klär­te die Sprecherin der Aktion Mensch, Christina Marx. Für Menschen mit Behinderung, die schon lange Arbeit suchte, gebe es ohne aktive Unterstützung durch Wirtschaft und Politik kaum Chancen, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. „Diese Menschen werden schlichtweg vergessen und durch struktu­relle Barrieren auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt“, so Marx. forderte einen Kultur- und Bewusstseins­wandel auf dem Arbeitsmarkt.

Den höchsten Anstieg der Arbeitslosenzahlen infolge der Pandemie verzeichneten die Bundesländer Hamburg und Bayern. Wenig veränderten sich die Zahlen arbeitsloser Beschäftigter mit Behinderung in Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Das Handelsblatt Research Institute erstellt gemeinsam mit der Aktion Mensch den Angaben zufolge seit 2013 jährlich das Inklusionsbarometer, um Veränderungen bei der Inklusion in der Arbeitswelt zu messen und langfristig zu beobachten. © kna/aerzteblatt.de

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