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Politik

Omikron in Deutschland angekommen

Montag, 29. November 2021

/Yingyaipumi, stock.adobe.com

Berlin – Die im südlichen Afrika entdeckte neue Coronavirusvariante bestimmt seit dem Wochenende die internationale Pandemiedebatte - angesichts der Verbreitung von Omikron wächst die Beunruhigung auch in Deutschland. Am Wochenende wurde die als besorgniserregend eingestufte Variante in München vom Max-von-Pettenkofer-Institut bei drei Reisenden nachgewiesen. In Hessen bestätigte sich gestern der Fall eines weiteren Reiserückkehrers aus Südafrika.

Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Variante B.1.1.529 wurde von der Weltgesundheitsorgani­sation (WHO) als „besorgniserregend“ eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernst­haften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Coronaimpfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Variante hat, steht aber noch nicht fest.

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Hessens Sozialminister Kai Klose teilte gestern auf Twitter mit, dass eine Sequenzierung die Variante B.1.1.529 beim Reiserückkehrer aus Südafrika nachgewiesen habe. Die Person sei aus dem Rhein-Main-Gebiet. Bei den drei Fällen in München steht laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit eine Genomsequenzierung noch aus.

Die Reiseanamnese habe jedoch zusammen mit einem speziellen, auf bestimmte Mutationen ausge­richteten PCR-Test (VOC-PCR) vom Max-von-Pettenkofer-Institut einen hochgradigen Verdacht erbracht. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es in Essen und in Düsseldorf erste Verdachtsfälle, die jetzt mittels Sequenzierung überprüft werden, wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gestern mitteilte.

Die Variante breitet sich offenbar schnell aus, aus vielen Ländern wurden inzwischen Fälle gemeldet, darunter Großbritannien, Israel, Dänemark, Belgien, Tschechien und Italien. In den Niederlanden wurden bei 13 Reisenden aus Südafrika Omikron-Infektionen festgestellt.

Israel schließt seine Grenzen für Ausländer. Spanien lässt aus Großbritannien nur noch Geimpfte ein­reisen. Die Philippinen stellen gestern an vorübergehend den Flugverkehr aus sieben europäischen Ländern ein. Wegen neuer Reisebeschränkungen auch in der Schweiz wird die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation nächste Woche in Genf nicht stattfinden. Das wichtige Treffen wird auf unbestimmte Zeit verschoben.

Auch die Bundesregierung schränkt die Einreise aus acht Ländern im südlichen Afrika drastisch ein. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho sind seit gestern als Virusvariantengebiete eingestuft. Fluggesellschaften dürfen im Wesentlichen nur noch deutsche Staats­bürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht, die nicht durch negative Tests verkürzt werden kann – auch für Geimpfte und Genesene. Auch die USA schränken ab heute Einreisen aus den Staaten des südlichen Afrikas ein.

Die deutsche Lufthansa hält die Flugverbindungen nach Südafrika vorerst aufrecht, wie ein Sprecher vorgestern auf Anfrage bestätigte. Natürlich würden dabei die geltenden Auflagen eingehalten.

Südafrika sieht sich durch die zahlreichen Reisebeschränkungen zu Unrecht bestraft. „Herausragende Wissenschaft sollte gelobt und nicht bestraft werden“, hieß es in einer vorgestern veröffentlichten Stellungnahme des Ministeriums für Internationale Beziehungen unter Verweis auf die Arbeit südafri­kanischer Wissenschaftler, die die Omikron-Variante sequenziert und identifiziert hatten. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa kritisierte in einer Fernsehansprache gestern die Reisebeschränkungen als „unfaire Diskriminierung“.

Der US-Außenminister Antony Blinken lobte in einem Telefonat mit seinem südafrikanischen Amtskol­legen Südafrika für sein Handeln im Zusammenhang mit der Omikron-Variante als vorbildlich. Auch der US-Immunologe Anthony Fauci sagte gestern im US-Fernsehen: „Ich denke, wir müssen den Südafrika­nern Anerkennung dafür zollen, dass sie uns diese Informationen so schnell und transparent zur Verfü­gung gestellt haben.“

Die bislang mit der neuen Coronavirusvariante infizierten Menschen in Südafrika sind nach Angaben der dortigen Mediziner-Vereinigung (SAMA) bislang nicht schwer erkrankt. © dpa/aerzteblatt.de

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