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Omikron: Zulassung angepasster Impfstoffe könnte bis zu vier Monate dauern

Dienstag, 30. November 2021

Emer Cooke, Direktorin der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA /picture alliance, Geert Vanden Wijngaert

Brüssel – Die Europäische Union (EU) ist auf die mögliche Anpassung von Impfstoffen vorbereitet, sollte die neue SARS-CoV-2 Variante Omikron dies erforderlich machen. Das erklärte Emer Cooke, Direktorin der Europäischen Arzneimittelagentur EMA, heute in einer Fragerunde des Europäischen Parlaments in Brüssel. Die Zulassung könnte trotzdem drei bis vier Monate dauern.

„Wir wissen, dass Viren mutieren können und, dass es zu irgendeinem Zeitpunkt eine Variante geben könnte, die dafür sorgt, dass wir unseren derzeitigen Ansatz ändern müssen“, sagte Cooke. Entsprechende Vorschriften für diesen Fall seien bereits erlassen worden.

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Bisher sei deren Einsatz aber noch nicht nötig gewesen, da die vorhandenen Impfstoffe sich als wirksam gegen alle bisher bekannten Varianten erwiesen hätten. „Wir wissen noch nicht, ob dies auch bei Omi­kron der Fall sein wird“, erklärte die irische Pharmakologin.

Derzeit werde intensiv daran gearbeitet, die neue Variante zu untersuchen. Die Erkenntnisse aus Südafri­ka, wo die neue Variante erstmals bekannt wurde, seien nicht zwingend auf die hiesige Bevölkerung übertragbar.

„In Europa ist ein relativ großer Anteil der erwachsenen Bevölkerung bereits geimpft, der Anteil an älte­ren Menschen ist deutlich höher und wir befinden uns in einer Phase, in der bereits Auffrischungsim­pfungen verabreicht werden“, so Cooke.

Die EMA arbeite bereits mit anderen wichtigen Stellen wie der Weltgesundheitsorganisation WHO und der neuen EU-Behörde HERA (Health Emergency Preparedness and Response Authority) zusammen, um zu prüfen, was die Verbreitung der Omikron-Variante beeinflusse. Es gelte aber nach wie vor, die Bot­schaft auszusenden, dass die bereits verfügbaren Impfstoffe Schutz bieten und jeder, der Anspruch darauf habe, seine Impfung auffrischen lassen sollte.

Auch mit den Impfstoffherstellern gebe es Gespräche. Diese müssten prüfen, ob eine Anpassung erfor­der­­lich sei, die entsprechenden klinischen Studien einleiten und entscheiden, inwieweit auch Her­stellungsprozesse verändert werden müssten. An den Vorbereitungen arbeite man bereits gemeinsam, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein.

„Sollte die Anpassung der Impfstoffe nötig sein, dann wird die Zulassung etwa drei bis vier Monate in Anspruch nehmen“, erklärte Cooke. Aber auch dieser Zeitraum hänge von vielen Faktoren wie etwa der dann aktuellen epidemiologischen Lage ab.

Neben den Vorbereitungen für Impfstoffanpassungen erkundigten sich zahlreiche Parlamentarier auch nach den Erkenntnissen zu Boosterimpfungen. So gibt es bisher noch keine abschließende Erklärung der EMA etwa dazu, wie hoch die Schutzwirkung ist, wenn Menschen mit einem anderen Impfstoff geboos­tert werden als dem, mit dem die Grundimmunisierung erfolgt ist.

„Wir haben jetzt alle Echtzeitdaten der nationalen Gesundheitssysteme geprüft und werden gemeinsam mit dem Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bis Ende der Woche eine Erklärung abgeben“, sagte Cooke. © alir/aerzteblatt.de

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