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Körperliche Erkrankungen reduzieren geistiges Leistungsvermögen im Alter

Mittwoch, 29. Dezember 2021

/New Africa, stock.adobe.com

Essen – Die körperliche Gesundheit hat einen wesentlichen Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten im Alter. Nach einer plötzlichen körperlichen Verschlechterung, etwa durch eine Krebserkrankung oder eine Hüftfraktur, nehmen auch die kognitiven Fähigkeiten älterer Menschen deutlich und anhaltend ab.

Das berichtet ein Forschungsteam des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Universi­tät Paderborn im Ruhr Economic Paper #919 „Understanding Cognitive Decline in Older Ages: The Role Of Health Shocks“ (DOI: 10.4419/96973065).

Die Ergebnisse basieren auf Befragungen und Kognitionstests von rund 125.000 Personen aus 20 Ländern. Darin werden die Auswirkungen von Herzinfarkten, Schlaganfällen, Krebserkrankungen und Hüftfrakturen auf die Fähigkeit zur Worterinnerung und die verbale Ausdrucksfähigkeit untersucht.

„Unsere Studie zeigt, dass nach einer plötzlichen körperlichen Erkrankung die kognitiven Fähigkeiten unmittelbar und anhaltend zurückgehen“, erläutert der RWI-Wissenschaftler Hendrik Schmitz. Die Autoren quantifizieren das Ausmaß sogar:

„Im Durchschnitt führt eine schwere Erkrankung oder Verlet­zung zu ähnlichen geistigen Einbußen wie eine Alterung um vier Jahre“, hieß es aus dem RWI. Die geis­tigen Einbußen bleiben laut der Untersu­chung bestehen, auch wenn sich die meisten Personen nach einigen Jahren körperlich erholt haben. Somit steige für sie unabhängig von ihrer körperlichen Fitness das Risiko, früher pflegebedürftig zu werden.

Bildung und soziökonomische Faktoren spielen für die Ergebnisse offenbar kaum eine Rolle. Zudem ähneln sich die Ergebnisse in den 20 untersuchten Ländern.

„Insgesamt brauchen wir ein stärkeres Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen körperlicher und geistiger Gesundheit. Mehr Präventionsmaßnahmen für ältere Menschen könnten dabei helfen, ihre körperliche Gesundheit bestmöglich zu schützen und somit auch die geistige Fitness länger zu erhalten“, so Schmitz. © hil/aerzteblatt.de

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