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Ausland

WHO-Chef fordert Einigung auf Vertrag zur Pandemievorbeugung

Dienstag, 30. November 2021

/htpix, stock.adobe.com

Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) drängt mit dramatischen Worten auf einen internatio­na­len Vertrag zur Vorbeugung künftiger Pandemien. „All dies wird sich wiederholen, wenn Ihr, die Nationen der Welt, Euch nicht zusammenschließt und mit einer Stimme sagt: Nie wieder!“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus mit Blick auf die Coronalage bei der Eröffnung einer Sondersitzung der Weltge­sundheitsversammlung gestern in Genf.

„Es ist an der Zeit, dass wir uns über diese Pandemie erheben und den Generationen nach uns ein Ver­mächtnis hinterlassen“, sagte der WHO-Chef weiter. Das Auftreten der Omikron-Variante zeige derzeit, „dass COVID noch nicht fertig mit uns ist“. „Deshalb braucht die Welt diese neue Vereinbarung.“

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Die Weltgesundheitsversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium der WHO und ihrer 194 Mit­gliedstaaten. Die aktuelle Sondersitzung ist erst das zweite derartige Treffen. Sie folgt auf eine infor­melle Einigung vom vergangenen Sonntag auf ein internationales Instrument zur besseren Prävention und Bekämpfung von Pandemien. Im Laufe der dreitägigen Tagung sollen die WHO-Mitglieder diesen Entwurf offiziell bestätigen.

Laut Entwurfstext ist die Schaffung eines „zwischenstaatlichen Gremiums“ geplant, das „ein Überein­kom­men, eine Vereinbarung oder ein anderes internationales Instrument der WHO zur Prävention, Vorsorge und Reaktion auf Pandemien“ ausarbeiten und verhandeln soll.

Dabei geht es unter anderem um Verpflichtungen zur gerechten Impfstoffverteilung, zu Wissenstransfer, Finanz- und Kontrollstrukturen. Ein Zwischenbericht wird für Mai 2023 erwartet. Das Ergebnis soll bis zur Weltgesundheitsversammlung im Mai 2024 auf dem Tisch liegen. „Ich hoffe, wir werden Geschichte schreiben. Die weltweite Lage erfordert es“, sagte EU-Ratspräsident Charles Michel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich während des Treffens für eine Reform der Finan­zie­rung der WHO durch die Mitgliedsländer aus, damit diese flexibler auf Gesundheitskrisen reagieren kann.

Auch der französische Gesundheitsminister Olivier Véran betonte die Notwendigkeit eines interna­tiona­len Abkommens: „Wir wollen besser vorbereitet sein, über ausreichende medizinische Gegenmaß­nahmen verfügen, die weltweit gerecht verteilt werden müssen, und uns auf wirksame Entscheidungs­mecha­nis­men stützen können.“ © afp/aerzteblatt.de

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