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Vermischtes

Pandemie wirkt sich negativ auf körperliche und psychische Gesundheit am Arbeitsplatz aus

Dienstag, 30. November 2021

/Farknot Architect, stock.adobe.com

Berlin – Die Coronapandemie wirkt sich laut Einschätzung der Betriebskrankenkassen (BKK) negativ auf die körperliche und psychische Gesundheit in der Arbeitswelt aus.

Bei einer Umfrage im vergangenen Jahr fühlten die Mitarbeitenden hier noch kaum eine Veränderung im Vergleich zu der Zeit vor der Pan­demie, erklärte der Vorstand des BKK Dachverbands, Franz Knieps, bei der digitalen Vorstellung des dies­jährigen BKK-Gesundheitsreports heute. Bei der Befragung im Juni 2021 sei der Anteil derjenigen, die ihre Gesundheit eher negativ einschätzten, „sichtbar angestiegen“.

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Etwa jeder vierte Befragte gab laut dem Bericht an, dass die eigene körperliche Gesundheit unter der Pandemie leide. Für die psychische Gesundheit gelte dies sogar für jeden Dritten. Im Bezug auf die kör­perliche Gesundheit stieg der Wert im Vergleich zum Vorjahr somit um 7,9 Prozentpunkte, im Bereich der psychischen Gesundheit um 9,1 Prozentpunkte. Laut BKK ist der Grund dafür vermutlich im langen Fort­dau­ern der Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen zu sehen.

Auch die Arbeitsmotivation und der Zusammenhalt in der Belegschaft habe sich bei jedem vierten Be­frag­ten verschlechtert, hieß es. 41,7 Prozent aller befragten Beschäftigen und somit dreimal so viele wie vor der Pandemie gaben an, zumindest manchmal im Homeoffice zu arbeiten. Eine flexiblere Arbeitszeit wünschten sich 28,9 Prozent der Belegschaft.

Der Kölner Versorgungs- und Rehabilitationsforscher Holger Pfaff mahnte, dass die Arbeitstage im Home­office und im Büro geregelt sein sollten. „Das Unternehmen muss wieder so eine Art Gemeinschafts­ge­fühl erzeugen, das in der Pandemie oftmals verloren gegangen ist und uns in gewisser Weise atomi­siert hat“, sagte er. Es brauche feste Präsenztage, an denen sich alle treffen und konkrete Entscheidungen treffen könnten.

Wegen einer Coronaerkrankung würden vor allem Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen krank­geschrieben. Da in den Berufen mehr Frauen als Männer arbeiteten, seien besonders weibliche Beschäf­tigte von COVID-19 betroffen, sagte BKK-Vorstand Knieps. Der Gesundheitsschutz von Mitarbeitenden in den entsprechenden Branchen müsse „hohe Priorität“ haben. Ein Pflegebonus reiche nicht aus, erklärte er.

Die wenigsten coronabedingten Krankschreibungen fanden sich den Angaben zufolge in Branchen, deren Beschäftigte einen großen Teil der Arbeit im Homeoffice ausüben oder überwiegend im Freien arbeiten konnten. Auch Menschen in Berufen wie der Gastronomie und dem Hotelgewerbe, die wegen der Pande­mie stark eingeschränkt oder in Kurzarbeit waren, infizierten sich durchschnittlich weniger mit Corona.

Insgesamt sei die Arbeitsunfähigkeit bei kurzzeitigen Krankheitsfällen um etwa 15 Prozent zurückgegan­gen, hieß es. Dies gelte besonders für Erkrankungen, die die Atemwege und Verdauungsorgane betreffen und oftmals nur wenige Tage der Krankmeldung benötigen. Knieps erklärte dies auch durch das verstärk­te Arbeiten im Homeoffice. Infektionsgeschehen in Bus, Bahn und am Arbeitsplatz kämen dadurch weni­ger häufig vor.

Ebenso nutzen die Hyginemaßnahmen sowie die AHA-Regeln. Auch geht Knieps davon aus, dass mehr Videosprechstunden in der Zeit genutzt wurden. Die Daten bei längeren Erkrankungen, wie beispiels­weise Rückenschmerzen, hätten sich im Vergleich zu vor der Pandemie nicht verändert. © bee/kna/aerzteblatt.de

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