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Vitamin D-angereicherte Lebensmittel zur Prävention der Krebssterblichkeit

Dienstag, 11. Januar 2022

/Cozine, stock.adobe.com

Heidelberg – Die Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D könnte ein effektiver und wirtschaft­licher Ansatz zur Reduktion der Krebssterblichkeit sein.

Aus bisherigen Studien war bekannt, dass eine Vitamin-D-Supplementierung durch Substitution in Form von Vitaminpräparaten bei älteren Erwachsenen die Krebssterblichkeit über alle Krebsarten hinweg um etwa 13 % senken kann.

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg zeigten kürzlich anhand von Modellrechnungen (Nutrients, 2021; DOI: 10.3390/nu13113986), dass Vitamin D-angereicherte Lebensmittel ähnliche Effekte erzielen können.

Vitamin D-angereicherte Lebensmittel, wie Milch, Joghurt, Orangensaft oder Müsli gehören in Kanada, Schweden, Finnland oder Australien bereits zum Alltag.

„Es ist nahezu unmöglich, den Effekt von Vitamin D-angereicherten Lebensmitteln auf die Krebssterb­lich­keit mit einer klassischen klinischen Studie direkt zu untersuchen“, erläuterte Hermann Brenner vom DKFZ. „Deshalb haben wir einen indirekten Weg gewählt, um diese Frage mithilfe sorgfältiger Modell­rechnungen bestmöglich zu beantworten.“

Vitamin-D-Supplementierung oder Lebensmittelanreicherung?

In den zuvor publizierten Daten zur Vitamin-D-Supplementierung mit durchschnittlichen Dosen von 820-2000 internationalen Einheiten (IE) pro Tag, stiegen die Serumkonzentrationen von 25-Hydroxy-Vitamin D um 15 bis 30 nmol/L an.

Bei dem Screening der Datenlage zur Lebensmittelanreicherung mit Vitamin D stiegen die Serumkon­zen­trationen von 25-Hydroxy-Vitamin D im Bereich von 10 bis 42 nmol/L, also weitgehend in dem Bereich der Erhöhungen, die zuvor durch Supplementierung nachgewiesen wurden.

Dabei ermittelten die DKFZ-Forscher einen durchschnittlichen Anstieg, der einer Einnahme von 400 IE des Vitamins entspricht. „Damit liegen wir in einen Dosisbereich, der sich in den Substitutionsstudien als wirksam erwiesen hat“, so die Einschätzung von Brenner.

Die Modellrechnungen der DKFZ-Forscher berücksichtigten Parameter für die erwartete Reduktion der Gesamtkrebssterblichkeit und den damit verbundenen Einsparungen für das Gesundheitssystem, wenn eine Vitamin-D-Lebensmittelanreicherung implementiert wird. Die Ergebnisse der Vitamin-D-Lebens­mittelanreicherung wurden dann mit denen für die Supplementierung verglichen.

Vitamin D-angereicherte Lebensmittel ähnlich effektiv

Die Ergebnisse zeigen, dass Vitamin D-angereicherte Lebensmittel wesentlich kostengünstiger einge­stuft werden, als die Supplementierung mit Vitamin-D-Präparaten. Darüber hinaus deuten die Modelberech­nungen darauf hin, dass eine Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D ähnliche Effekte erzielt, wie die Supplementierung in Bezug auf die Krebssterblichkeit.

Laut Studienautoren sind Vitamin-D-Überdosierungen bei der Anreicherung von Lebensmitteln eher unwahrscheinlich. Jedoch sollte bei der Umsetzung dieser Strategie auf die Häufigkeit potenziell auftre­tender Nebenwirkungen durch Überdosierungen wie zum Beispiel Hyperkalzämie geachtet werden, geben die Studienautoren zu bedenken.

Zusammenfassend legen die Modellrechnungen nahe, dass Vitamin D-angereicherte Lebensmittel den Vitamin-D-Serumspiegel in einem Ausmaß erhöht, das mit einer täglichen Supplementierung mit 400-1000 IE vergleichbar wäre, was nachweislich die Krebssterblichkeit um 11 bis 15 % senkt.

Darüber hinaus wären die erwarteten Einsparungen in der Onkologie etwa um das 50-fache höher, als die Anreicherungskosten verursachen würden. Die Lebensmittelanreicherung mit Vitamin D könnte daher ein besonders effektiver und wirtschaftlicher Ansatz sein, um die zunehmende Krebsbelastung vieler Länder zu senken, so das Fazit der Studienautoren. © cw/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #799338
Artanis
am Mittwoch, 12. Januar 2022, 08:57

Welche Studien?

Ich vermisse hier Literaturangaben zu den Studien die eine Substitution mit einer verminderten Inzidenz von Malignomen nachweist. Ist hier nicht der allgemeine Lebensstil ein Bias?
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 11. Januar 2022, 18:18

Dazu auf Twitter

Thomas G. Schätzler - ThomasGSchtzler
Meine Antwort an @aerzteblatt.de

Keine wie auch immer geartete Modell-/Simulationsrechnung zur Vitamin-D-Anreicherung kann prospektive, randomisierte, doppelt verblindete klinische Studien (RCTs) ersetzen. Das DKFZ Heidelberg missbraucht seine Exzellenz-Position mit "scientific misconduct"!
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