NewsÄrzteschaftFreiraum für Krankenhäuser bei der OP-Planung angemahnt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Freiraum für Krankenhäuser bei der OP-Planung angemahnt

Donnerstag, 2. Dezember 2021

/picture alliance, Zoonar, Robert Kneschke

Berlin – Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) fordert Freiraum für die Kliniken bei der Frage, wie und welche Operationen wegen der Coronapandemie eingeschränkt werden.

„Angesichts der dramatischen Dynamik der SARS-CoV-2-Pandemie wird es unvermeidlich sein, das regu­läre Operations­programm an den Kliniken zugunsten der Behandlung von Coronapatienten einzuschrän­ken“, “, hieß es aus dem Verband.

Anzeige

Die Betrach­tung der bisherigen Wellen zeige, dass die deutschen Kliniken während der zwei­ten und dritten Pandemiewelle in Abhängigkeit von den Inzidenzen und von der Dringlichkeit der Ein­griffe dies eigen­ständig absolut situationsgerecht geregelt hätten.

Der BDC bezieht sich dabei auf eine Untersuchung des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten (BDA), des Verbandes für OP-Management und des BDC. Darin haben die Verbände die OP-Prozessdaten aus Krankenhäusern analysiert, die an einem Benchmarking-Programm der Verbände teilnehmen.

Das Programm bietet Krankenhäusern seit 2009 strukturierte und standardisierte Analysetools zur Beur­teilung der Prozessabläufe und Leistungsentwicklung in ihren OP-Bereichen. Die Studie basiert auf einer Analyse der Fallzahlentwicklung in der Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie der Unfallchirurgie/Or­tho­pädie während der zweiten (Herbst/Winter 2020/2021) und dritten Welle bis zum 31. Mai 2021.

Laut dem BDC haben deutsche Kliniken danach differenziert und situationsgerecht auf die jeweiligen Inzidenzen reagiert und in Abhängigkeit von der Dringlichkeit Eingriffe nachvollziehbar reduziert. „Wenn man die Auswahl der Patienten den Kliniken überlässt, erhält man ein sehr gut austariertes, sich selbst steuerndes System, das zeigen unsere Zahlen ganz klar“, sagte Jörg Rüggeberg, Vizepräsident des BDC.

So sei deutlich erkennbar, dass Eingriffe mit hoher Dringlichkeit – zum Beispiel Krebsoperationen in der Viszeralchirurgie – in der zweiten und dritten Welle nur mäßig rückläufig waren. Dagegen habe man bei Eingriffen, deren Verschiebung erfahrungsgemäß für Patienten mit keinen negativen Folgen verbunden sei, zum Beispiel die operative Versorgung von Hernien, deutliche Fallzahlrückgänge beobachtet, so Rüggeberg.

Dagegen habe die behördlich angeordnete Absage elektiver Eingriffe während der ersten Welle zu einem undifferenzierten pauschalen Fallzahlrückgang in Kliniken geführt. Auch in der Relation zwischen Ope­rationsfrequenzen und Inzidenz zeigt sich laut dem BDC ein situa­tions­gerechter Umgang der Kliniken mit der Pandemie. So ging die Fallzahl in den unfallchirurgisch-orthopädischen Hauptabteilungen in Hochinzidenzgebieten während der zweiten Welle um bis zu 40 Prozent zurück.

In Niedriginzidenzgebieten lag der Rückgang im selben Zeitraum bei höchstens 18 Prozent. Während der ersten Welle dagegen sank die Fallzahl aufgrund der behördlichen Beschränkung elektiver Eingriffe ins­gesamt um bis zu 35 Prozent – und das trotz erheblich geringerer Inzidenzen im Vergleich zu den Folge­wellen.

„Die Kliniken haben gezeigt, dass sie in der Lage sind, in der Pandemie den Handlungsbedarf nach Dring­lichkeit des Eingriffs und aktueller Inzidenzsituation vor Ort flexibel einzuschätzen. Diesen Spielraum darf ihnen die Politik trotz der unzweifelhaft angespannten Lage nicht nehmen“, forderte Hans-Joachim Meyer, Präsident des BDC. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER