NewsVermischtesPersonalnot in der Pflege verschärft sich weiter
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Personalnot in der Pflege verschärft sich weiter

Mittwoch, 1. Dezember 2021

/picture alliance / Zoonar, Robert Kneschke

Berlin – Der Pflegenotstand in Deutschland wird nach neuesten Hochrechnungen der Barmer brisanter als bisher angenommen. Bis zum Jahr 2030 sollen bei konservativen Annahmen mehr als 180.000 Pfle­gekräfte fehlen, auch weil es mit dann insgesamt rund sechs Millionen Pflegebedürftigen über eine Million Betroffene mehr geben wird als bisher angenommen. Das geht aus dem aktuellen Pflegereport der Barmer hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde.

Der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Christoph Straub, forderte die Politik zu raschem Handeln auf und begrüßte „einige richtungsweisende Vorhaben“ im Koalitionsvertrag. Diese müssten zügig umgesetzt werden, andernfalls bleibe die Pflege eine „Großbaustelle auf schwachem Fundament“.

Anzeige

Straub warnte vor einer Überforderung Pflegebedürftiger. Deshalb sollten die Bundesländer die Inves­titionskosten für stationäre Pflegeeinrichtungen übernehmen. Der ab kommendem Jahr vorgesehene jährliche Steuerzuschuss in Höhe von einer Milliarde Euro solle im Gleichschritt mit den jährlichen Ausgaben der Pflegeversicherung ansteigen.

„Die künftige Bundesregierung will die Pflegebedürftigen mittelfristig in Bezug auf die steigenden Ei­gen­anteile in der stationären Pflege entlasten. Auch die Prüfung zur weiteren Senkung der Eigenanteile ist ein wichtiges Element“, so Straub.

Nach Angaben des Bremer Soziologen und Studienautors Heinz Rothgang wird der Finanzbedarf von 49 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 59 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 steigen. Der Studie zufolge fehlen bis zum Jahr 2030 etwa 81.000 Pflegefachkräfte, 87.000 Pflegehilfskräfte mit und 14.000 Pflegehilfskräf­te ohne Ausbildung.

Dabei sei im stationären Bereich die vollständige Umsetzung des Personalbemessungsverfahrens noch nicht berücksichtigt. Der Pflegeberuf müsse attraktiver werden. Daher sei es richtig, geteilte Dienste abzuschaffen und den Anspruch auf familienfreundliche Arbeitszeiten einzuführen.

Wie aus dem Barmer-Pflegereport weiter hervorgeht, werden in weniger als zehn Jahren knapp drei Millionen Pflegebedürftige ausschließlich von ihren Angehörigen gepflegt und damit rund 630.000 mehr als im Jahr 2020.

Zudem wird es insgesamt eine Million Menschen vollstationär und 1,17 Millionen durch ambulante Pflegedienste versorgte Menschen geben. Dies entspricht einem Anstieg um gut 200.000 Betroffene (+26 Prozent) in Pflegeheimen und 165.000 Personen, die ambulant versorgt werden (+ 16 Prozent).

„Angesichts der steigenden Zahl Pflegebedürftiger und der bereits heute großen Zahl an fehlenden Pflegekräften ist Deutschland auf dem besten Wege, in einen dramatischen Pflegenotstand zu geraten. Um diesen abzuwenden, muss die künftige Bundesregierung vor allem die Ausbildung attraktiver machen. Es muss mehr Nachwuchs für die Pflege gewonnen werden“, betonte Straub. © kna/aha/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER