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Ausland

WHO will globalen Pandemiepakt schließen

Mittwoch, 1. Dezember 2021

/visivasnc, stock.adobe.com

Genf – Zur besseren Vorbereitung auf künftige Pandemien wollen die 194 Mitgliedsländer der Weltge­sund­heitsorganisation (WHO) einen weltweiten Pakt schließen. Darauf einigten sie sich heute zum Ab­schluss einer Sondersitzung in Genf.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, damit solle geholfen werden, eine „Ich-zuerst“-Mentalität vieler Länder wie in der Coronapandemie zu verhindern. Ziel ist eine Vereinbarung, die rechtlich bindend ist. Allerdings wird der Pakt wohl erst in zweieinhalb Jahren fertig sein.

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Eine Arbeitsgruppe soll zwar vor dem 1. März nächsten Jahres Beratungen aufnehmen. Abschlussergeb­nisse sollen aber erst zur Jahres­versammlung der WHO im Frühjahr 2024 präsentiert werden. In der Re­solution heißt es, es gehe um „einen Vertrag, ein Abkommen oder eine andere internationale Überein­kunft der WHO“.

Die deutsche Botschafterin in Genf, Katharina Stasch, lobte den Beschluss. „Um die Pandemie zu besie­gen, brauchen wir internationale Solidarität und gegenseitiges Vertrauen“, sagte sie. „Deutschland unter­stützt den Verhandlungsbeginn für ein neues Rechtsinstrument mit Nachdruck und wird sich weiter dafür einsetzen.“

Unklar ist, welche neuen Vorschriften eine verheerende Entwicklung wie bei der derzeitigen Coronapan­de­mie verhindert könnten. Es gibt bereits verbindliche Gesundheitsvorschriften der WHO – die die Län­der in den vergangenen zwei Jahren allerdings in großen Teilen ignoriert haben. Rund um den Globus sind nach Zahlen der WHO mehr als 261 Millionen Menschen am Coronavirus erkrankt. Die Zahl der To­desopfer beziffert die Weltgesundheitsorganisation auf mehr als 5,2 Millionen.

Denkbar sind etwa Regeln, die verhindern, dass Länder die Ausfuhr von Schutzausrüstung oder Masken stoppen. Das hatten Deutschland und viele andere Länder zu Beginn der Coronapandemie getan. Die är­meren Länder pochen darauf, dass Impfstoffe fair verteilt werden und sie nicht wie in der jetzigen Pan­demie lange auf erste Impfdosen für Gesundheitspersonal und besonders gefährdete Menschen warten, während in reichen Ländern bereits Auffrischungsimpfungen stattfinden.

„Die Coronapandemie hat ein Schlaglicht auf die vielen Schwachstellen im globalen System zum Schutz der Menschen vor Pandemien geworfen“, sagte Tedros. „Am stärksten gefährdete Menschen bekommen kei­ne Impfung, Gesundheitspersonal nicht die nötige Ausrüstung, um lebensrettende Arbeit zu verrichten, und der „Ich zuerst“-Ansatz verhindert die globale Solidarität, die notwendig ist, um einer globalen Bedrohung zu begegnen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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