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Politik

Jedes Krankenhaus hat im Schnitt 24 Pflegekräfte neu eingestellt

Mittwoch, 1. Dezember 2021

/dpa, Robert Michael

Düsseldorf – Im vergangenen Jahr haben die deutschen Krankenhäuser durchschnittlich 24 Vollzeitkräfte pro Krankenhaus neu eingestellt. Darunter waren im Schnitt 21 Pflegekräfte, die eine dreijährige Ausbil­dung absolviert haben. Das geht aus zwei Befragungen des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) hervor, an denen sich 292 beziehungsweise 319 Krankenhäuser beteiligten und deren Ergebnisse das DKI heute veröffentlichte.

Mit den Befragungen sollte überprüft werden, inwiefern die Krankenhäuser die Maßnahmen aus der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) einhalten, zu denen sie sich im Jahr 2019 im Abschlussbericht der KAP bekannt haben. Unter anderem heißt darin, dass möglichst jedes Krankenhaus Stellenausschreibungen für hinreichend zusätzliches Pflegepersonal veröffentlichen und geeignete Bewerberinnen und Bewerber einstellen solle.

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Dennoch blieben der DKI-Befragung zufolge – hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Allgemein­krankenhäuser ab 100 Betten – im Jahr 2020 bundesweit etwa 14.400 Vollzeitstellen im Pflegedienst der Allgemeinstationen unbesetzt. 14 Prozent der Krankenhäuser erhielten dabei im Jahr 2020 aufgrund des Pandemiegeschehens Absagen von Pflegefachkräften, die ihre Stelle nicht antreten wollten.

Aufgrund dessen steigerten knapp zwei Drittel der betroffenen Krankenhäuser ihre Aktivitäten zur Gewinnung beziehungsweise Rückgewinnung der Pflegefachkräfte.

Mehrbedarf an Pflegekräften aus dem Ausland

Aus der Befragung geht hervor, dass Krankenhäuser vermehrt auch auf Pflegefachkräfte aus dem Aus­land zurückgreifen. So sehen etwa 75 Prozent der Krankenhäuser in den nächsten drei Jahren einen deutli­chen Mehrbedarf an Pflegekräften aus dem Ausland. 59 Prozent der Häuser arbeiten dafür mit Personal­agen­turen zusammen. 62 Prozent der Häuser haben zudem ein Integrationskonzept erarbeitet, um die Integration der ausländischen Pflegenden zu erleichtern.

63 Prozent der Krankenhäuser führen Maßnahmen zur Rückgewinnung von Pflegefachkräften durch. Um Leiharbeit zu reduzieren und Stammpersonal im Krankenhausbetrieb zu halten, setzen 73 Prozent der Häuser eigene Ausfallkonzepte bei Personalengpässen ein, zum Beispiel einen Springerpool. 56 Prozent der Häuser zahlen eine „Flex-Zulage“ für die kurzfristige Übernahme eines Dienstes.

Knapp 70 Prozent bieten ihren Pflegekräften die Möglichkeit an, ihre Dienstpläne mitzugestalten. 42 Pro­zent der Häuser bieten standardmäßig die Möglichkeit, die Zahl von Nacht- und Wochenendarbeits­zeit zu verringern. 31 Prozent bieten den Ausstieg aus der Schichtarbeit an. Etwa 50 Prozent bieten zudem Kin­derbetreuungsangebote. 35 Prozent verfügen dabei über eine betriebseigene Kinderbe­treuung und 24 Prozent arbeiten mit externen Anbietern zusammen.

46 Prozent benutzen mobile Endgeräte

90 Prozent der Krankenhäuser bieten eine gezielte Weiterqualifizierung für ihre Mitarbeiter an. Am häu­figs­ten geht es dabei Führungsseminare, gefolgt von Seminaren zum Konfliktmanagement und Kommu­ni­kationstraining.

87 Prozent der Krankenhäuser bieten – als Teil einer wertschätzenden Unternehmenskultur – den in ihrem Haus arbeitenden Pflegekräften Gratifikationen wie Vergünstigungen in Fitnessstudios oder Ra­battaktionen an. 62 Prozent veröffentlichen auf ihrer Homepage regelmäßig Informationen zur wert­vollen Arbeit der Pflegenden. Bei 54 Prozent werden dabei die Leistungen einzelner Pflegekräfte oder des ganzen Stationsteams herausgestellt.

67 Prozent der Krankenhäuser bieten standardmäßig Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsför­de­rung an, zum Beispiele eine Rückenschule, Lauftreffs oder Yoga. „Im Vergleich zur Bewältigung kör­per­licher Beanspruchungen sind Angebote für Maßnahmen zum Umgang mit psychosozialen Arbeits­belas­tungen etwas weniger verbreitet“, schreibt das DKI in seiner Studie. Der Schwerpunkt des aktuellen An­gebots liege auf der individuellen Stressregulierung und der Stärkung persönlicher Bewältigungs­res­sourcen über Resilienztraining.

46 Prozent der Krankenhäuser benutzen mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones. Weitere 26 Prozent planen deren Einsatz.

Viele Maßnahmen wurden umgesetzt

„Auf der einen Seite kann festgehalten werden, dass in jedem der untersuchten Handlungsfel­­­der eine große Anzahl von Handlungsmaßnahmen umgesetzt, begonnen oder geplant ist“, schreibt das DKI zu­sammenfassend.

„Vor allem in den Handlungsfeldern der Personalentwicklung, der Personalbindung, des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sind diesbezüglich zahlreiche Aktivitäten zu verzeichnen.“ Viele positive Ansätze gebe es auch in den Bereichen des lebensphasengerechten Arbeitens und einer wertschätzenden Fehler- und Lernkultur.

„Auf der anderen Seite gibt es aber auch noch Verbesserungs- und Weiterentwicklungspotenziale mit Blick auf die Maßnahmen der KAP“, so das DKI weiter. „Die größten Umsetzungsprobleme gibt es im Bereich der Digitalisierung. Nichtsdestotrotz zeigen die Ergebnisse, dass die Krankenhäuser proaktiv bemüht sind, die Situation und die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern.“

Angesichts schwieriger Rahmenbedingungen wie dem Fachkräftemangel, begrenzten finanziellen Res­sourcen und den Einschränkungen durch die Coronapandemie seien diese Anstrengungen besonders
hervorzuheben. © fos/aerzteblatt.de

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