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Medizin

Omikron: Antikörperpräparat von Regeneron könnte weniger wirksam sein

Donnerstag, 2. Dezember 2021

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Tarrytown/New York – Noch ist unklar, welche Auswirkungen die neue Variante Omikron auf die Wirk­sam­keit von antiviralen Medikamenten haben wird. Die US-Firma Regeneron befürchtet, dass ihre Antikörper­kombination Casirivimab/Imdevimab (Ronapreve) betroffen sein könnte.

Casirivimab und Imdevimab binden an nicht überlappenden Epitopen der Rezeptorbindungsdomäne (RBD) auf dem Spikeprotein von SARS-CoV-2. Die RBD umfasst die Aminosäuren 319 bis 541 des Spike­proteins. Die neue besorgniserregende Variante (VOC) B.1.1.529 (Omikron) hat hier 15 Mutationen, die die Epitope verändern könnten. Veränderte Epitope können dazu führen, dass die Antikörper das Spike­protein nicht mehr erkennen. Für die Behandlung von SARS-CoV-2 wären sie dann wertlos.

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Regeneron hat in den letzten Monaten in Labortests untersucht, wie einzelne Mutationen die neutra­lisierende Wirkung von Casirivimab und Imdevimab beeinflussen. Einzelheiten zu den Ergebnissen werden in den Zulassungsunterlagen der FDA genannt. Einige der dort genannten Mutationen, die die neutralisierende Wirkung von Casirivimab und Imdevimab herabgesetzt haben, finden sich auch in Omikron. Der Hersteller befürchtet deshalb, dass Casirivimab und Imdevimab nur eine abgeschwächte oder keine Wirkung gegen Omikron haben könnten.

Klären sollen dies in den folgenden Wochen Labortests mit der Omikron-Variante. Regeneron könnte bei Bedarf auf andere Antikörper wechseln. Der Hersteller verfügt nach eigener Aussage über eine der größten Sammlungen humaner monoklonaler Antikörper gegen SARS-CoV-2. Ihre Wirksamkeit könnte dann in Labortests relativ schnell ermittelt werden. Die Frage ist nur, wie ausführlich die Sicherheit der Präparate danach in klinischen Studien vor einer Zulassung geprüft werden müsste.

Die anderen zugelassenen Antikörperprodukte könnten ebenfalls von einem Wirkungsverlust bedroht sein. Auch wenn der Hersteller GlaxoSmithKline sich gegenüber der Presse zuversichtlich zeigte, dass sein Antikörper Sotrovimab nicht betroffen sei, da er einen Teil des Virus erkenne, in dem es selten Mutationen gebe. Lilly teilte mit, dass man zunächst die Ergebnisse von Labortests abwarten wollte.

Die antiviralen Wirkstoffe wie Molnupiravir von Merck (MSD) und Paxlovid von Pfizer oder Remdesivir von Gilead dürften nicht von einem Wirkungsverlust betroffen sein, da sie die Replikation des Virus hemmen, die unabhängig von der Oberflächenstruktur ist. © rme/aerzteblatt.de

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