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Ausland

Südafrika meldet „beunruhigenden“ Anstieg der Coronafälle

Donnerstag, 2. Dezember 2021

/picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Shiraaz Mohamed

Johannesburg – Das südafrikanische Institut für Infektionskrankheiten (NICD) hat den raschen Anstieg der Coronafälle angesichts der neuen Omikron-Variante als „beunruhigend“ bezeichnet.

In den vergan­genen zwei Wochen habe es einen „exponentiellen Anstieg“ der Fälle in Südafrika gegeben, von zunächst 300 täglichen Neuinfektionen im Wochendurchschnitt auf 1.000 in der vergangenen Woche und zuletzt auf 3.500, sagte die NICD-Vertreterin Michelle Groome gestern.

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Am Abend meldete das NICD, dass binnen von 24 Stunden landesweit 8.561 neue Coronafälle gemeldet worden seien. In Gauteng, der bevölkerungsreichsten und am stärksten betroffenen Provinz Südafrikas, zu der auch die Metropole Johannesburg gehört, stieg der Anteil der positiven Tests gestern auf 27 Prozent. Vorgestern waren 4.400 Neuinfektionen registriert worden.

Die Omikron-Variante, die zunächst insbesondere bei jungen Menschen festgestellt worden sei, verbrei­tet sich den Angaben zufolge nun zunehmend auch unter älteren Menschen. Die rasche Ausbreitung auch in anderen Ländern hat Regierungen weltweit in Alarmbereitschaft versetzt. Viele Länder haben wegen Omi­kron einen Einreisestopp für Passagiere aus Ländern des südlichen Afrikas verhängt.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres bezeichnete diese Einreisesperren gestern als ungerecht und un­wirksam. „Mit einem wirklich grenzenlos agierenden Virus sind Reisebeschränkungen, die ein Land oder eine Region isolieren, nicht nur zutiefst ungerecht und strafend, sondern auch unwirksam“, sagte er vor Journalisten. Er nannte es einen „Skandal“, dass der Kontinent Afrika für seine niedrigere Impfquote ver­ur­teilt werde.

Es sei „unfair“ und „unmoralisch“, dass Südafrika nun dafür bestraft werde, dass es die Entdeckung der neuen Omikron-Variante öffentlich gemacht habe. Länder dürften „nicht kollektiv dafür bestraft werden, dass sie entscheidende wissenschaftliche und gesundheitsbezogene Informationen identifiziert und mit der Welt geteilt haben“.

Auch der der Kommissionschef der Afrikanischen Union (AU), Moussa Faki Mahamat, verurteilte die „Stig­matisierung“ des afrikanischen Kontinents. „Weniger als sechs Prozent der Afrikaner sind geimpft“, beton­te er und rief zu internationaler Solidarität auf, um weitere Impfungen für die Länder zu ermöglichen. Ein­rei­sesperren seien nicht der richtige Weg, um auf die Entdeckung der neuen Virusvariante zu reagie­ren.

„Ich rufe alle Regierungen auf, stattdessen wiederholte Tests für Reisende sowie andere geeignete und wirklich wirksame Maßnahmen in Betracht zu ziehen“, sagte auch Guterres. „Dies ist der einzige Weg, um das Übertragungsrisiko zu verringern und gleichzeitig Reisen und wirtschaftliches Engagement zu er­möglichen“, fügte er hinzu. © afp/aerzteblatt.de

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