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Ärzteschaft

KBV bemängelt Kommunikation der Politik in der Coronapandemie

Freitag, 3. Dezember 2021

Der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Stephan Hofmeister. /Screenshot DÄ

Berlin – Eine bessere Kommunikation der politisch Verantwortlichen in der Coronapandemie hat heute Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesverei­nigung (KBV), im Rahmen der digitalen KBV-Vertreterversammlung gefordert. Mittlerweile habe man es nicht nur mit einer Gesundheitskrise, sondern auch mit einer „Kommunikationskrise“ zu tun.

Die Politik sende immer neue Botschaften, die „hinten und vorne nicht zusammenpassen“, so die Kritik Hofmeisters. Er verwies beispielhaft auf das jüngst vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) verursach­te „Durcheinander“ in der Kommunikation um die beiden mRNA-Impfstoffe Biontech/Pfizer und Moderna.

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Die Aufklärung und vor allem auch Beruhigung der Bürgerinnen und Bürger bleibe wieder einmal in den Arztpraxen hängen. Gleichzeitig betonte er ausdrücklich die Sicherheit des Impfstoffes von Moderna und der Kreuzimmunisierung beim Boostern.

Der Frust und die Erschöpfung der Menschen und insbesondere derer, die in der Gesundheitsversorgung arbeiten, seien groß und nur „allzu verständlich“. Um gemeinsam in schweren Zeiten zu bestehen, brau­che es Vertrauen, betonte Hofmeister. Für Vertrauen seien wiederum klare Kommunikation, transparente Maßnahmen, erklärte Ziele und ein ruhiger Kurs notwendig. Eine auf Angst fokussierte Kommunikation erreiche hingegen keine guten Ergebnisse.

An die Arztpraxen und die dort arbeitenden Teams richtete Hofmeister den Appell, „bei allem Verständnis für Frust und Wut“, durchzuhalten. „Die Praxen werden auch weiter die ambulante Versorgung in bewähr­ter Art und Weise sicherstellen und ihren unersetzlichen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie leisten“, konstatierte er. Dazu gehöre aber auch und vor allem Verlässlichkeit und Planbarkeit – aktuell vor allem in Bezug auf die Impfstofflieferungen.

Zwar sei der Rat der niedergelassenen Ärzteschaft oft nachgefragt worden, trotzdem habe man bei poli­ti­schen Entscheidungen immer wieder „theoretische und fachfremde akademische Modelle“ der prakti­schen Erfahrung in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung vorgezogen.

Im Ergebnis müssten die Praxisteams Tag für Tag immer neue Regelungen erklären, ängstliche Menschen beruhigen und sich teilweise beschimpfen und bedrohen lassen für Dinge, für die sie keinerlei Verant­wor­tung tragen.

Die Praxen könnten die Herausforderungen der Pandemiebewältigung stemmen, vorausgesetzt sie be­kommen das, was sie dafür brauchen, so Hofmeister. Man sei guter Hoffnung, dass der am Kanzleramt neu eingerichtete Krisenstab genau das sicherstellt. © aha/aerzteblatt.de

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