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Politik

Spahn: Konsequente Umsetzung der Coronaregeln nötig

Freitag, 3. Dezember 2021

/picture alliance, Kay Nietfeld

Berlin – Für die dringend erhoffte Eindämmung der Coronawelle im Advent fordern Politik und Mediziner eine konsequente Umsetzung der vorgesehenen strengeren Beschränkungen in ganz Deutschland.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte heute in Berlin: „Wir haben keine Zeit zu verlieren, keinen einzigen Tag.“ Die von Bund und Ländern beschlossenen zusätzlichen Auflagen müsst­en flächendeckend umgesetzt werden, um die Fallzahlen herunterzubringen.

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Der geschäftsfüh­rende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechtfertigte umfassende Beschränkun­gen für Ungeimpfte. „Wären alle erwachsenen Deutschen geimpft, steckten wir nicht in dieser schwieri­gen Lage“, sagte der CDU-Politiker mit Blick auf klar höhere Anteile Ungeimpfter an Infizierten und Inten­sivpatienten.

„Wir hätten viel früher diese Konsequenz im Umgang mit ungeimpften Bürgerinnen und Bürgern an den Tag legen müssen. Denn sie treffen ihre Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, eben nicht nur mit Folgen für sich selbst.“ Alle, die immer noch haderten, sollten die Lage wahrnehmen.

„Über ein Prozent der Deutschen sind aktuell akut infiziert.“ Die Luftwaffe fliege Patienten quer durchs Land, teils würden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, Tote einzuäschern. Das sind Bilder, die bislang nicht vorstellbar gewesen seien.

Die Bund-Länder-Beschlüsse seien spät gekommen, aber jetzt immerhin getroffen, sagte Spahn. Sie müssten nun umgesetzt werden. In der Rückschau auf die Pandemie zeige sich laut Spahn erneut deut­lich, dass es in Deutschland manchmal zu lange daure, bis notwendige Beschlüsse gefasst sind.

„Auch jetzt kommen unsere Maßnahmen später, aber immerhin kommen sie", so Spahn auf seiner letzen Pressekonferenz als geschäftsführender Bundesgesundheitsminister. So hätte man beispielsweise im Sommer viel intensiver über mehr 2G-Regelungen diskutieren müssen. Laut den gestern vereinbarten Regelungen sollen in der Adventszeit eine Reihe strengerer Maßnahmen greifen.

Dazu zählen Zuschauerbegrenzungen bei Großveranstaltungen sowie umfassende Kontaktbeschrän­kun­gen für Ungeimpfte. Ihnen wird im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden ver­wehrt. Der Verkauf von Böllern zu Silvester wird bundesweit verboten. Die Landesparlamente und -kabinette müssen nun ihre Verordnungen entsprechend anpassen.

Spahn sagte, selbst wenn die Maßnahmen schon morgen volle Wirkung zeigten, würden Klinikbelastun­gen weiter ansteigen. Deutschland werde die Zahl von mehr als 5.000 Coronapatienten auf den Intensiv­stationen deutlich übersteigen. Die Lage werde „rund um Weihnachten ihren traurigen Höhepunkt errei­chen“. Der Minister sagte, er bitte jeden einzelnen: „Helfen Sie mit, weiteres Leid zu verhindern.“ Alle Bür­ger sollten Auflagen einhalten und Kontakte reduzieren.

Wieler machte deutlich, dass er mit ersten Effekten der zusätzlichen Maßnahmen in etwa zwei Wochen rechnet. Die Fallzahlen seien „nach wie vor viel zu hoch“. Nach einem leichten Rückgang in den Tagen zuvor stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen laut RKI wieder auf 442,1. Die Gesundheitsämter meldeten 74.352 neue Fälle an einem Tag. Es sei viel zu früh von einer Trendumkehr zu sprechen. Es gebe nun 926.000 nachgewiesene aktive Infektionsfälle. © bee/dpa/aerzteblatt.de

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