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Medizin

Cholesterinsenkende Medikamente kein Risikofaktor für COVID-19

Montag, 6. Dezember 2021

/roger ashford, stock.adobe.com

Hannover – Statine begünstigen eine Infektion mit SARS-CoV-2 nicht. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam vom Twincore – Zentrum für experimentelle und klinische Infektionsforschung und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover zusammen mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektions­forschung in Braunschweig und der Umea Universität in Schweden.

Die Arbeitsgruppe um Gisa Gerold hat ihre Ergebnisse im Fachjournal iScience publiziert (DOI: 10.1016/j.isci.2021.103469).

„Einerseits haben frühere Studien gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Statinen und einer geringeren Sterblichkeit bei COVID-19 gibt. Andererseits wird vermutet, dass Statine die Expression des ACE2-Rezeptors von SARS-CoV-2 verstärken, mit dem das Virus an die Zellmembran andockt. Welchen Einfluss das auf den Zelleintritt und die Replikation des Virus hat, war bisher nicht bekannt“, berichten die Forscher.

Die Arbeitsgruppe hat in ihrem Projekt zunächst untersucht, wie gut mit verschiedenen Lipidsenkern vorbehandelte Zellen im Labor mit dem Coronavirus 229E infiziert werden können. Dieses harmlose Er­käl­tungsvirus ist eng mit SARS-CoV-2 verwandt. „Zellen, die mit Statinen behandelt waren, wurden in geringerem Maße mit dem Coronavirus 229E infiziert“, berichtet Gerold.

Diese Beobachtungen überprüften die Wissenschaftler anschließend in Versuchen mit dem echten SARS-CoV-2 im Hochsicherheitslabor. „Vor allem in der Kulturflüssigkeit der mit Fluvastatin vorbehandelten Zellen haben wir niedrigere Konzentrationen des Virus gemessen“, berichtet Gerold. Dies deute darauf hin, dass Fluvastatin zumindest keinen verstärkenden Effekt auf die Empfänglichkeit von Zellen für das Virus habe. Diese Befunde haben die Forscher in Atemwegsepithelkulturen von drei Spendern bestätigt.

„Auch wenn wir nur einen milden positiven Effekt beobachtet haben, können wir zumindest schluss­folgern, dass die Einnahme von Statinen gefahrlos fortgesetzt werden kann“, zieht Gerold ein Fazit der Arbeit. © hil/aerzteblatt.de

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