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Medizin

Makrophagen als potenzielles Target für antitumorale Wirkstoffe

Montag, 17. Januar 2022

/Crystal light, stock.adobe.com

Saarbrücken – Makrophagen (Fresszellen), die beim Bronchialkarzinom mit dem Tumor kollaborieren, weisen einen wesentlich geringeren Fett- und Cholesterinstoffwechsel auf, als im Tumorgewebe selbst. Diese Erkenntnisse können dazu beitragen, neue Therapieansätze beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) zu finden.

Tumorzellen des NSCLC sind in der Lage Makrophagen so zu manipulieren, dass sie den Tumor bei seinem Wachstum unterstützen und beispielsweise die Bildung von Gefäßen zur besseren Versorgung der Krebszellen mit Nährstoffen und Blut anregen. Aus vorherigen Studien war bereits bekannt, dass beim NSCLC das Tumorgewebe viel mehr Fett und Cholesterin enthält als gesundes Gewebe.

Wissenschaftler von der Abteilung pharmazeutische Biologie an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken haben nun herausgefunden, dass Makrophagen, die mit dem Tumor zusammenarbeiten viel weniger Cholesterin enthalten als Makrophagen aus gesundem Gewebe.

„Die niedrigen Cholesterinwerte in tumorassozierten Makrophagen waren überraschend angesichts der höheren Cholesterinwerte im Tumorgewebe selbst“, erläuterte Dr. Jessica Hoppstädter, Pharmazeutin an der Universität des Saarlandes und Erstautorin der in der Fachzeitschrift EBioMedicine veröffentlichten Studie (DOI: 10.1016/j.ebiom.2021.103578).

Hoppstädter fand anhand von Transkriptom-Analysen sowie Lipid- und Cholesterin-Profil-Unter­suchungen von menschlichem Lungenkrebsgewebe heraus, dass Gene, die den Cholesterinstoffwechsel in diesen Makrophagen beeinflussen, anders reguliert werden: „Die Gene, die dafür sorgen, dass Cholesterin aufgenommen und in den Zellen produziert wird, sind herunterreguliert. Und die, die bewirken, dass Cholesterin aus den Makrophagen heraus transportiert wird, sind hochreguliert“, schilderte Hoppstädter.

Ein niedriger Cholesteringehalt in den tumorassozierten Makrophagen scheint zum Wachstum des Lungentumors beizutragen. Die Studienautoren vermuten daher, dass die tumorunterstützenden Eigenschaften der Makrophagen mit Cholesterin in Verbindung stehen. Cholesterin könnte somit eine wesentliche Rolle bei den zugrundeliegenden Regulationsprozessen des Tumorwachstums spielen.

Die Erkenntnisse der Saarbrücker Pharmazeuten tragen dazu bei, die Mechanismen dahinter noch besser zu verstehen. „Normalisieren sich die Cholesterinspiegel in Makrophagen, etwa indem man verhindert, dass Cholesterin aus ihnen abtransportiert wird, stellen die Makrophagen die tumorunterstützenden Aktivitäten wie die Unterstützung der Gefäßbildung ein“, so Hoppstädter. Diese Daten deuten auf eine entgegengesetzte Dysregulation der Cholesterinhomöostase im Tumorgewebe als auch bei tumorassoziierte Makrophagen hin.

In Zukunft wollen die Forscher diese Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung für neue Ansätze und Therapieverfahren in der Onkologie nutzen. Diese könnten in Zukunft zum Beispiel dazu beitragen, Tumorzellen daran zu hindern, Makrophagen als Unterstützer zu rekrutieren, und so auch das Tumorwachstum zu hemmen. © cw/aerzteblatt.de

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