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Medizin

Narkose im frühen Kindes­alter zumeist nicht mit verminderter Intelligenz assoziiert

Donnerstag, 9. Dezember 2021

/Alla, stock.adobe.com

Köln – Das unreife Gehirn eines Säuglings- oder Kleinkinds ist besonders vulnerabel gegenüber exoge­nen Noxen. Vor diesem Hintergrund gehen Christina Schüttler, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, und ein Co-Autorenteam im Deutschen Ärzteblatt der Frage nach, ob Narkosen bei Kindern die kognitiven Fähigkeiten langfristig beeinflussen (DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0355).

In ihre Studie (ANFOLKI-36) schloss das Autorenteam reif geborene Kinder der Geburtsjahrgänge 2007-2011 ein, die innerhalb der ersten 3 Lebensjahre mindestens einmal narkotisiert worden waren. Die kog­nitive Leistungsfähigkeit ermittelten die Forscher prospektiv anhand eines stan­dar­disierten Tests und verglichen sie mit der einer Kontrollgruppe ohne Anästhetikaexposition.

Primärer Endpunkt war der Gesamt-Intelligenzquotient (IQ). Insgesamt konnten 430 vollständige Daten­sätze der exponierten Kinder und 67 Datensätze der Kontrollgruppe ausgewertet werden. Beide Gruppen übertrafen den Erwartungswert von 100 IQ-Punkten.

Während die exponierte Gruppe einen mittleren IQ von 108,2 erreichte, lag der Wert der Kontrollgruppe bei 113. Adjustiert nach Sozial­status, Alter und Geschlecht wies die Gruppe mit Anästhetikaexposition im direkten Vergleich zur Kon­troll­­gruppe eine statistisch signifikante Differenz von 2,9 IQ-Punkten auf.

Der Gesamt-IQ der getesteten Patienten lag jedoch über dem normierten Mittelwert des Tests von 100. Dies deutet nach Ansicht der Autoren darauf hin, dass eine Narkose im frühen Kindes­alter im Durch­schnitt nicht mit einer verminderten Intelligenz im späteren Verlauf assoziiert ist.

In Deutschland machen Anästhesien für diagnostische Untersuchungen oder therapeutische Eingriffe bei Kindern innerhalb der ersten fünf Lebensjahre mit geschätzt 400.000 Narkosen ungefähr 2 % der jährlich stattfindenden Anästhesieverfahren aus. © Se/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #836044
Christine Salzer
am Donnerstag, 9. Dezember 2021, 19:08

Biografie

Mittlerweile müsste es genügend autobiografische Hinweise auf PTBS nach Hospitalisierung geben. Sich dann darauf zu berufen, dass es auch folgenlos blieb, heißt iatrogene Schäden als patientenbedingt abzuwatschen und Patientenrecht mit Füßen zu treten, statt dem Verursacherprinzip mit einer transparenten Fehlerkultur zu begegnen.
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