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Medizin

Mechanismus von Migräneauren aufgedeckt

Mittwoch, 19. Januar 2022

/DKcomposing, stock.adobe.com

Tübingen – Aktuelle Erkenntnisse zu den generellen Auslösemechanismus von Migräne-Auren können dazu beitragen, neue Ansatzpunkte für medikamentöse Therapien zu liefern.

Migräne zählt mit einer Prävalenz von 10 % bis 15 % in der Allgemeinbevölkerung zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Auren treten bei verschiedenen Migräneformen auf und betreffen etwa 1/3 der Patienten. Auren gehen der Migräneepisode voraus und dauern typischerweise etwa 15 bis 30 Minuten an. Dabei treten unter anderem Sehstörungen auf, wie ein Flimmern vor den Augen, das langsam durch das Sehfeld wandert.

Dieses Phänomen wird auch als kortikale Streudepolarisierung (CSP, Cortical Spreading Depression) bezeichnet. Eine sich langsam ausbreitende Depolarisation der Hirnrinde (Cortex) wird auch bei verschie­denen anderen Hirnpathologien wie ischämischer Schlaganfall oder bei traumatischen Hirnverletzung beobachtet.

Aktuelle Forschungen am Mausmodell (JCI, 2021; DOI: 10.1172/JCI142202) für Migräne haben den generellen Auslösemechanismus weiter untersucht und neue Zusammenhänge entdeckt. Die Wissen­schaftler beobachteten beispielsweise, dass vornehmlich Interneurone, die die Aktivität von sogenannten Pyramidenzellen hemmen, in dieser Phase aktiv sind.

Diese Erkenntnis war überraschend, denn bislang standen Pyramidenzellen unter Verdacht, Auslöser der Migräne-Auren zu sein, erläuterte Neurowissenschaftler und Co-Studienleiter Professor Nikolaus Plesnila vom Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung des LMU Klinikums München. Die Untersuchungen liefern Hinweise auf eine erhöhte Aktivität von inhibitorischen Interneuronen und einen anschließenden Anstieg des extrazellulären Kaliums, so sein Fazit.

Bekannt war, dass während CSP bestimmte Membranporen (Natriumkanäle) im ZNS stärker durchlässig werden. Die krankhafte Hirnaktivität besserte sich im Maus-Modell für Migräne, wenn die Wissen­schaftler eine Substanz verabreichten, die die übermäßige Natriumkanalaktivität blockierte. Die Studien­autoren deuten dies als möglichen Ansatzpunkt für die Entwicklung neuartiger Medikamente zur akuten und prophylaktischen Behandlung, zumindest bei bestimmten Formen der Migräne.

Die Forscher betonen, dass das Mausmodell mit erhöhter CSD-Anfälligkeit eine große Überlappung mit dem menschlichen Phänotyp bei Migräne mit Aura aufweist. Die neuen Erkenntnisse zu den Mechanis­men des CSD könnten auch über den Migränebereich hinaus relevant sein, zum Beispiel bei anderen Erkrankungen wie ischämischer Schlaganfall, Hirnblutung und Schädel-Hirn-Trauma. © cw/aerzteblatt.de

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