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Medizin

Geistige Leistungsfähigkeit bleibt mit FFP2-Masken erhalten

Freitag, 10. Dezember 2021

/PixelboxStockFootage, stock.adobe.com

Berlin – Mit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie werden Gesichtsbedeckungen, wie FFP2-Masken oder OP-Masken empfohlen, um die Übertragung des SARS-CoV-2-Virus zu verringern. Dieses ist ins­be­sondere in geschlossenen Räumen von Bedeutung, wo das Übertragungsrisiko durch Aerosole besonders hoch ist.

Da in Büros oder Schulen überwiegend geistig gearbeitet wird, haben Wissenschaftler von der Techni­schen Universität (TU) Berlin einen 15-minütigen mentalen „Stress-Test“ entwickelt und diesen bei 44 Probanden jeweils mit und ohne FFP2-Maske durchgeführt (Scientific Reports, 2021; DOI: 10.1038/s41598-021-99100-7).

Die Aufgabe der Probanden war etliche Plus-, Minus-, Mal- und Geteilt-Aufgaben mit ganzen Zahlen bis 200 im Kopf zu lösen. „Wir hatten zusätzlich im Hintergrund ein Programm laufen, das aus den bisher gelösten Aufgaben abgeschätzt hat, wieviel Zeit wohl diese Testperson für die nächste Aufgabe braucht.

Genau diese Zeit wurde dann als Limit mit einem Laufbalken angezeigt. Jeder Teilnehmer wurde also möglichst nahe an ihre oder seine persönliche Leistungsgrenze gebracht“, erläuterte Co-Studienautorin Kerstin Pieper vom Quality and Usability Lab an der TU Berlin.

Zur Auswertung wurden weitere physiologische Parameter (Blutsauerstoffsättigung und Herzfrequenz­varia­bilität), Verhaltensdaten (Leistungsparameter in der Aufgabe) und subjektive (wahrgenommene mentale Belastung) Daten herangezogen.

Ein Vergleich der Kopfrechenergebnisse einmal ohne und einmal mit Maske zeigte, dass diese keinen Einfluss auf die Rechenkünste der Probanden hatte. Auch die gleichzeitig gemessenen Vitalparameter, wie Sauerstoffsättigung des Blutes, die Herzfrequenz und die Herzfrequenzvariabilität blieben unver­ändert.

In einem von der NASA entwickelten Fragebogen wurde zudem die subjektive mentale Belastung der Teilnehmenden abgefragt. Auch hier zeigte sich kein Unterschied zwischen den Rechenaufgaben ohne und mit Maske.

Die bisherige Datenlage und große Übersichtsarbeiten untersuchten bisher überwiegend den Einfluss von Masken unter körperlicher Arbeit. Auch hier war zu beobachten, dass das Tragen von Masken unter körperlicher Belastung die Vitalparameter praktisch nicht verändert, so Robert Spang vom Quality and Usability Lab der TU Berlin und Erstautor der Studie.

Somit zeigten alle untersuchten Parameter keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen dem Tragen einer FFP2-Maske und dem Nichttragen einer FFP2-Maske, schlussfolgern die beiden Studien­au­toren. Es wurden lediglich minimale Effekte auf die mittlere Reaktionszeit und die Sauerstoffsättigung des Blutes (leichte Abnahme um 0,3%) mit dem Tragen einer FFP2-Maske in diesem Experiment ver­zeichnet.

Die Ergebnisse dieser Studie, die auf 2 15-minütigen Stresstests basiert, lässt sich nicht ohne weiteres auf die Situation eines ganzen (Arbeits-)Tag vergleichen, geben die Studienautoren zu bedenken. Jedoch bestätigt diese Arbeit bisherige Forschungsergebnisse zum Tragen von Masken und liefert wertvolle Informationen, insbesondere bei Debatten zum Tragen von Masken. © cw/aerzteblatt.de

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Avatar #550935
Arco
am Freitag, 10. Dezember 2021, 18:48

Was Studien wert sind,...

...beweist einmal mehr das setting dieser Studie. Da wird ein rechnerischer "Stresstest" über 15 Minuten durchgeführt und daraus vermeintliche Ergebnisse abgeleitet.
Jedem Operateur ist bekannt, dass das kurzzeitige Tragen einer OP-Maske keinen Einfluss auf die intellektuelle oder Konzentrationsleistung hat. Jedoch ist aus gutem arbeitssicherheitsbedingtem Grund das Tragen einer FFP2 Maske auf 75 Minuten begrenzt. Danach ist eine 30 Minütige Pause vorgesehen.
Tatsächlich lässt sich die Beeinträchtigung durch das Maskentragen nicht verallgemeinern. Menschen, die bei hoher mentaler Arbeitsbelastung die Eigenschaft haben, zu flach zu atmen, berichten regelmäßig über stärkere Müdigkeit, zunehmende Konzentrationsschwächen und nach längerer Zeit über den tatsächluchen Verlust von intellektuellen Leistungsfähigkeiten.
Insofern muss zur Bestandsaufnahme eine standardisierte Befragung einer zufälligen aber vollständigen Kohorte (bspweise ALLE Mitarbeiter eines Supermarktes) durchgeführt werden.
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