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Medizin

Immuntherapie gegen Gliome im Tiermodell erfolgreich

Donnerstag, 20. Januar 2022

/sudok1, stock.adobe.com

Heidelberg – Ein Forschungsteam des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg haben im Tiermodell gezeigt, dass eine Therapie mit transgenen T-Zellen, die gegen ein so genanntes Tumor-Neoepitop gerichtet sind, Gliome bekämpfen kann. Sie berichten darüber in der Fachzeitschrift Clinical Cancer Research (DOI: 10.1158/1078-0432.CCR-21-1881).

Zelluläre Immuntherapien, die sich gezielt gegen bösartige Tumoren richten, gelten als erfolgversprechender Ansatz in der Krebsmedizin. Die Grundvoraussetzung für eine solche gezielte Immuntherapie ist jedoch, Zielmoleküle zu finden, die ausschließlich auf den Tumorzellen vorkommen und die vom Immunsystem erkannt werden.

„Gerade bei den sehr schwer zu behandelnden Gliomen ist der Mangel an geeigneten Zielstrukturen eine große Herausforderung für die Entwicklung von Immuntherapien”, erläutert Lukas Bunse, Wissenschaftler am DKFZ und Arzt an der Universitätsmedizin Mannheim.

Tumor-Neoepitope entstehen als Folge genetischer Mutationen in Krebszellen, die zu strukturellen Veränderungen der abgelesenen Proteine führen. Sie sind daher ausschließlich in den Krebszellen vorhanden. Als aussichtsreiche Zielstruktur für T-Zell-Attacken wählten Bunse und sein Team mithilfe eines Vorhersagemodells einen Abschnitt aus dem sogenannten CIC-Protein (capicua transcriptional repressor) aus.

Die Wissenschaftler impfen zunächst Mäuse mit dem CIC-Neoepitop. Die Tiere entwickelten eine Population von T-Helfer-Zellen, die auf das Impfpeptid mit starker Aktivierung reagierten. Aus besonders aktiven T-Zellen isolierten die Forscher dann das Gen für den T-Zell-Rezeptor, der für die Epitop-Erkennung zuständig ist. Diesen übertrugen sie anschließend auf Zellen und konnten so in der Kulturschale in großer Menge transgene T-Zellen heranziehen, die alle den identischen, gegen das CIC-Neoepitop gerichteten hochaktiven T-Zell-Rezeptor trugen.

Um deren Wirksamkeit zu prüfen, injizierten die Forscher die transgenen Zellen direkt in die Hirnventrikel von Gliom-tragenden Mäusen. In einigen Mäusen führte die T-Zell-Therapie in Kombination mit einer Strahlentherapie zu einer Abstoßung der Gliome.

„Wir haben hier im experimentellen Modell erstmals gezeigt, dass eine neoantigen-spezifische T-Zell-Rezeptortransgene Zelltherapie gegen Gliome wirken kann,“ erläutert Michael Kilian, Erstautor der Studie.

„Unsere Arbeit legt nahe, dass T-Zell-Rezeptortransgene T-Zellen auch bei Hirntumoren therapeutisch eingesetzt werden können“, zieht Michael Platten ein Fazit der Arbeit. Er ist Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Neuroimmunologie und Hirntumorimmunologie am DKFZ und Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik an der Universitätsmedizin Mannheim. © hil/aerzteblatt.de

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