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40 Prozent der Beschäftigen im Gesundheitswesen würden Job nicht weiterempfehlen

Mittwoch, 15. Dezember 2021

/dpa

Köln – Vier von zehn Beschäftigten im Gesundheitsbereich, insbesondere Ärzte und Pflegekräfte, würden jungen Menschen nicht mehr zur Wahl ihres Berufes raten. Laut einer bundesweiten Befragung der HDI Versicherungen durch das Meinungsforschungsinstitut YouGov wurde keiner anderen Berufsgruppe ein solch hoher Wert gemessen, der auch weit über dem Bundesdurchschnitt für alle Berufsgruppen liegt (26 Prozent).

Unter anderem hat offenbar die Coronapandemie einschneidende Folgen hinterlassen: Knapp jeder Vier­te im Gesundheitswesen Beschäftige (23 Prozent) gab an, dass die Coronaerfahrungen zu einer negative­ren Einstellung zum Beruf geführt hätten – auch diese Kennzahl der Umfrage liegt deutlich über dem Schnitt (15 Prozent).

Neben der Coronakrise belasten jedoch auch weitere zentrale Faktoren die Arbeit in medizinischen Ge­sundheitsberufen negativ. So nannte in der Umfrage jeder Zweite im Medizinbereich (48 Prozent) Zeit­druck als größte berufliche Belastung, ebenfalls ein Rekordwert. Zudem wird in keinem anderen Beruf die Unvereinbarkeit mit dem Privatleben als so belastend empfunden wie im Gesundheitswesen: Mehr als jeder Vierte (26 Prozent) klagt hier darüber.

Im Rahmen der Umfrage gaben zwar 69 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitsbereich an, ihre Tätig­keit als sinnstiftend für die Gesellschaft zu erachten. Zugleich gehen medizinisch Tätige im Schnitt zu 53 Prozent jedoch davon aus, nicht bis zum regulären Renteneintrittsalter zu arbeiten – die höchste Quote unter allen Berufsgruppen. Jeder dritte Befragte in den medizinischen Gesundheitsbereichen geht zudem von einer erhöhten Wechselbereitschaft im Beruf nach den Coronaerfahrungen aus.

Als „besorgnisserregend“ bezeichnete Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln, diese Ergebnisse. Er verwies auf die enorme Bedeutung der Arbeit der im Gesundheits­wesen beschäftigten Menschen für die gesamte Gesellschaft und drohende negative Auswirkungen von als schlecht empfundenen Arbeitsbedingungen.

Am Uniklinikum Köln adressiere man die Negativaspekte schon seit Jahren und biete beispielsweise planbare Freizeit durch möglichst verlässliche Arbeitszeiten sowie ein eigenes Kinderbetreuungs­angebot, erläuterte Schömig.

So erziele man bei den regelmäßigen Mitarbeiterbefragungen deutlich bessere Werte als die der bundesweiten Befragung. Allerdings seien im sehr heterogen aufgestellten Gesundheitswesen solche Modelle nicht ohne weiteres von einem großen Maximalversorger auf andere Bereiche übertragbar. © aha/aerzteblatt.de

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