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Politik

Ein Drittel der Klinikeinweisungen aus Pflegeheimen heraus vermeidbar

Donnerstag, 16. Dezember 2021

/picture alliance, Robin Utrecht

Witten-Herdecke – Viele gesundheitliche Probleme von Pflegeheimbewohnern wären grundsätzlich im Heim behandelbar und müssten nicht in einem Krankenhaus versorgt werden. Zu diesem Ergebnis kommt das Innovationsfondsprojekt „Bedarfsgerechte Versorgung von Pflegeheimbewohnern durch Reduktion Pflegeheim-sensitiver Krankenhausfälle“.

Projektpartner sind die Universität Witten/Herdecke, das Unternehmen Optimedis, der Forschungs- und Innovationsverbund an der Evangelischen Hochschule Freiburg (FIVE) sowie der Verein „Pflege“. Die Stu­die befindet sich im Augenblick in einem öffentlichen Review-Prozess auf der Open Research-Plattform „F1000-Research“ (DOI: 10.12688/f1000research.73875.1).

Die Projektpartner haben zunächst analysiert, mit welchen Diagnosen Pflegeheimbewohner am häufigs­ten in ein Krankenhaus eingewiesen werden und welche davon vermeidbar wären.

Auf Grundlage dieser Daten haben sie unter Einbindung von über 100 externen Fachexperten einen Ka­talog von 58 Pflegeheim-sensitiven Krankenhausfällen (PSK) erstellt. Darunter verstehen sie Fälle, die unter guten Bedingungen ohne Krankenhauseinweisung im Pflegeheim behandelt werden könnten.

Danach haben die Wissenschaftler Daten von sechs Krankenkassen aus dem Jahr 2017 analysiert: Die 58 PSK machten dabei über 40 Prozent aller Krankenhausfälle bei Pflegeheimbewohnern aus, das sind ins­gesamt 270.000 Fälle. Dadurch entstanden Kosten in Höhe von 951,7 Millionen Euro.

„Würden strukturelle und sektorenübergreifende Interventionen und Maßnahmen eingeführt, die die Ver­sorgung in Pflegeheimen optimieren, ließen sich dadurch 220.000 Krankenhauseinweisungen verhin­dern, die mit Ausgaben von mehr als 750 Millionen Euro verbunden sind“, sagte Sabine Bohnet-Joschko, Projektleiterin und Inhaberin des Lehrstuhls für Management und Innovation im Gesundheits­wesen an der Universität Witten/Herdecke.

Die Projektpartner haben in mehreren Handlungsempfehlungen und Fallbeispielen dargestellt, welche strukturellen Maßnahmen und Konzepte sich eignen, um PSK in Zukunft zu vermeiden.

„Sie beziehen sich zum Beispiel auf Infrastruktur und interne Prozesse in Einrichtungen, Kooperations- und Kommunika­tions­­­­strukturen sowie rechtliche Rahmenbedingungen und Vergütungsstrukturen“, be­richtet Oliver Gröne, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Optimedis. © hil/aerzteblatt.de

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