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Politik

Mindestmengen für Operationen bei Brust- und Lungenkrebs festgelegt

Donnerstag, 16. Dezember 2021

/utah778, stock.adobe.com

Berlin – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat weitere Mindestmengen bei Operationen von Brust- und Lungenkrebs im Krankenhaus festgeschrieben. Das teilte das Gremium heute mit. Kranken­häuser müssen spätestens ab dem Jahr 2025 die Mindestmengen erreichen, um die Operationen mit den Krankenkassen abrechnen zu können.

Demnach gilt künftig für Brustkrebs-Operationen eine Mindestmenge von 100, für Lungenkrebs-Opera­tionen von 75 pro Jahr und Krankenhausstandort. Außerdem setzt der G-BA die bestehende Mindestmen­ge für komplexe Operationen an der Bauchspeicheldrüse von zehn auf 20 herauf und aktualisierte im Zuge dessen auch die Liste der Operationen, die unter die Mindestmenge fallen.

Hintergrund für die Entscheidungen sei, dass die Behandlungsergebnisse „nachweislich besser“ seien, wenn ein Krankenhaus bei Operationen von Brust- und Lungenkrebs über Routine und Erfahrung verfüge, so der G-BA in einer Mitteilung.

„Mindestmengen haben eine ganz klare und wichtige Aufgabe: Sie sollen sicherstellen, dass ein Kranken­haus aufwendige, technisch höchst anspruchsvolle und komplikationsträchtige Operationen nicht nur gelegentlich durchführt“, sagte Karin Maag, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzende des Unter­ausschusses Qualitätssicherung.

Sie weist darauf hin, dass „im Zweifelsfall“ die fehlende Routine an einem Standort – gerade auch in der interdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen – dazu führen könne, dass Patien­ten „geringere Überlebenschancen“ hätten, schwerwiegende Komplikationen erleiden oder Folgeeingriffe notwendig würden.

Maag erklärte zugleich, dass es unterschiedliche Vorschläge innerhalb des G-BA gegeben habe, welche Höhe bei den Mindestmengen angemessen sei. Durch die nun gewählte Höhe sei „sichergestellt, dass die komplexen Eingriffe an einem Krankenhausstandort mehrfach pro Monat durchgeführt werden“. Damit sei gewährleistet, dass ein ausreichendes Maß an Routine bei den Behandlungsteams bestehe.

Konzentration auf Standorte mit Routine und Erfahrung

Im Jahr 2019 wurden in 732 der 1.914 Krankenhausstandorte in Deutschland chirurgische Behandlungen des Brustkrebses durchgeführt. Bei der beschlossenen Mindestmenge von 100 Leistungen pro Jahr kon­zentriert sich das Angebot nach Schätzungen des G-BA künftig voraussichtlich auf rund 355 Standorte. Dabei erhöhe sich die durchschnittliche Fahrtzeit zur nächstgelegenen Klinik von 15 auf 18 Minuten.

Eine chirurgische Behandlung von Lungenkrebs wurde 2019 in 328 der 1.914 Krankenhausstandorte in Deutschland durchgeführt. Bei der beschlossenen Mindestmenge von 75 Leistungen pro Jahr konzen­triert sich das Leistungsangebot voraussichtlich auf etwa 90 Standorte, schreibt der G-BA. Dabei erhöhe sich die durchschnittliche Fahrtzeit der Patienten zur nächstgelegenen Klinik von 20 auf 31 Minuten.

Der G-BA weist darauf hin, dass Krankenhäuser, die wegen der Coronapandemie weiterhin nachweislich bestimmte planbare Eingriffe nicht vornehmen konnten, dies bei der Prüfung, ob für das Folgejahr die Mindestmenge erreicht werden kann, geltend machen können.

Die Änderungen der Mindestmengenregelungen treten nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger mit Wirkung vom 1. Januar 2022 in Kraft. Für die Krankenhäuser greifen dann die in den Beschlüssen gere­gelten Übergangsregelungen. Erst ab 2025 müssen die neuen Mindestmengen in voller Höhe erfüllt werden. © may/EB/aerzteblatt.de

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