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Medizin

Booster kann schwächere neutralisierende Wirkung von mRNA-1273 gegen Omikron teilweise ausgleichen

Donnerstag, 16. Dezember 2021

/Eisenhans, stock.adobe.com

Bethesda/Maryland und Durham/North Carolina – Die Seren von Probanden, die beide Dosierungen des Impfstoffs mRNA-1273 erhalten hatten, waren in Laborstudien kaum noch in der Lage, die neue besorgniserregende Variante Omikron von der Zerstörung von Zellkulturen abzuhalten.

Nach einer 3. Dosis mRNA-1273 war die neutralisierende Wirkung der Seren deutlich stärker. Die in medRxiv (2012; DOI: 10.1101/2021.12.15.21267805) veröffentlichten Laborergebnisse wecken die Hoffnung, dass geboosterte Menschen vor einer Erkrankung mit Omikron geschützt sein könnten.

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In der letzten Woche hatte der Leiter des US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), Anthony Fauci, rasche Labortests zur Impfstoffwirkung gegen Omikron angekündigt. Anfang dieser Woche sind ihm Forscher der Universität Oxford zuvorgekommen. Sie konnten zeigen, dass Omikron sich dem Immunschutz einer 2-fachen Impfung mit AZD1222 oder BNT162b2 weitgehend entzieht. Eine Boosterung könnte die Wirksamkeit von BNT162b2 teilweise wieder herstellen.

Die US-Forscher können dies jetzt auch für den Impfstoff mRNA-1273 des Moderna zeigen. 2 US-Teams am „Vaccine Research Center“ in Bethesda und der Duke Universität in Durham/North Carolina haben die neutralisierende Wirkung von Seren untersucht, die von Teilnehmern der laufenden Zulassungsstudie stammen. In einer Gruppe lag die 2. Dosis der Impfung 4 Wochen zurück. Eine andere Gruppe hatte 2 Wochen zuvor einen Booster erhalten.

Die Forscher verglichen die neutralisierende Wirkung der Seren einmal gegen die Variante D614G, die weitgehend dem Wildtyp entspricht, dann gegen die Variante Beta, die vor 12 Monaten eine Epidemie in Südafrika verursacht hat, sich aber international nicht durchsetzen konnte, und schließlich gegen die Variante Omikron, die erst seit wenigen Wochen bekannt ist, sich aber rasant ausbreitet.

Ergebnis: Die neutralisierende Wirkung gegen Omikron fiel in den beiden Labors 49-fach beziehungs­weise 84-fach schwächer aus als gegen D614G und 13,6-fach und 9,2-fach schwächer als gegen die Variante Beta. Dies bedeutet, dass 2 Dosen mRNA-1273 vermutlich nicht vor einer Infektion mit Omikron schützen. Das Risiko von Durchbruchinfektionen wäre auch größer als bei der Beta-Variante, für die bereits eine schwächere Impfstoffwirksamkeit vermutet wurde.

2 Wochen nach dem Booster von mRNA-1273 hatte sich die Situation gebessert. Die neutralisierende Wirkung gegen Omikron fiel jetzt nur noch 6,5-fach und 4,2-fach schwächer aus als gegen D614G. Dies bedeutet eine Verbesserung um den Faktor 12. Eine Infektion mit der Omikron-Variante könnte danach zu milderen Erkrankungen führen. Zeigen wird sich das jedoch erst in den nächsten Wochen. © rme/aerzteblatt.de

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