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Neuer Ärzteverband will Long-COVID-Forschung vorantreiben

Dienstag, 21. Dezember 2021

/HNFOTO, stock.adobe.com

Heiligendamm – Die verschiedenen Krankheitsbilder nach einer eigentlich überstandenen COVID-19-Erkrankung sind noch weitgehend unerforscht. Ein neuer Ärzteverband Long COVID will sich des Themas nun annehmen.

„Wir kennen inzwischen mehr als 200 Symptome, die mit dem sogenannten Long-COVID-Syndrom zu­sammenhängen“, sagte Jördis Frommhold, Chefärztin der inzwischen auf dieses Krankheitsbild spezia­lisierten Median-Reha-Klinik Heiligendamm, anlässlich der Grün­dung des Verbandes.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wird nach Angaben seines Ministeriums die Schirmherrschaft über den Ärzteverband übernehmen. Ein Problem im Zusammenhang mit dem fehlenden Wissen sei, dass die Erkrankten keine Akzeptanz in der Gesellschaft erführen. „Es fehlt an Versorgungsstrukturen und viele Gelder, die zur Erforschung von Long COVID gedacht sind, kommen dort nicht an“, sagte Frommhold.

Es fehle vielfach am Verständnis dafür, dass Long COVID mit mehreren Symptomen einhergeht, die ver­schiedene Organe betreffen. Es sei das zentrale Ziel des Ärzteverbands, die interdisziplinäre Zusammen­arbeit von Ärzten sowie mit medizinischen Hilfsberufen zu fördern.

Frommhold verglich die aktuellen Forschungen nach Ursache und Therapie von Long COVID mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Auch dafür müsse der Aufbau von ambulanten und stationären Versorgungseinrichtungen weiter vorangetrieben werden, sagte sie. Die Arbeit an Studien laufe auf Hochtouren. „Wir sehen schon gute Ergebnisse sechs und zwölf Monate nach einer Reha-Maßnahme.“

Wissenschaftler gehen davon aus, dass etwa zehn Prozent aller Infizierten von Long-COVID betroffen sind und dann unter Langzeitfolgen leiden. Das wären nach derzeitigen RKI-Zahlen knapp 700.000 Menschen allein in Deutschland. „Das sind nicht nur die Alten und Kranken, sondern auch die Jungen und Gesunden.“

Eines der zentralen Symptome sei das Fatigue-Syndrom, das sich mit anhaltender Müdigkeit und Antriebs­­losigkeit zeigt. Es gebe aber auch kognitive Einschränkungen sowie Gelenk- und Muskelschmer­zen.

„Wir wissen nicht, wie viele Patienten überhaupt versorgt werden.“ Frommhold wies auf die massiven ökonomischen Auswirkungen für die Gesellschaft hin, wenn wegen Long COVID Tausende Menschen längerfristig aus dem Erwerbsleben herausfallen. © dpa/aerzteblatt.de

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