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Medizin

Rezeptorblocker effektiv in der Migräneprophylaxe

Freitag, 21. Januar 2022

/Axel Kock, stock.adobe.com

Berlin – Migräne ist die häufigste Kopfschmerzform. Die wiederkehrenden Attacken können das Leben der Betroffenen stark belasten. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) weist jetzt daraufhin, dass in der Prophylaxe der monoklonale Antikörper Erenumab ein Option sein kann.

Am Beginn eines Migräneanfalls steht die endogene Freisetzung von Serotonin, es kommt zu einer Erweiterung von Hirngefäßen und zur verstärkten Produktion von Neuropeptiden wie dem „Calcitonin-Gene-Related-Peptide“ (CGRP).

Hier setzt eine neue Therapiestrategie an. Es gibt dabei Substanzen für die Akuttherapie – Ditane und Gepante – und für die Prophylaxe. Zu Letzteren gehören monoklonale Antikörper gegen CGRP oder gegen den CGRP-Rezeptor (Erenumab). Erenumab ist in Deutschland seit 3 Jahren zugelassen.

Wissenschaftler um Uwe Reuter von Charité haben jetzt die Verträglichkeit und Effektivität einer Migräneprophylaxe mit Erenumab gegenüber Topiramat untersucht. Sie berichten darüber in der Fachzeitschrift Cephalalgia (2021; DOI: 10.1177%2F03331024211053571).

Topiramat ist ein Antiepileptikum, das auch für die Vorbeugung der Migräne zugelassen ist. An der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie nahmen 82 Zentren in Deutschland teil. Von 2019 bis 2020 wurden 777 Patientinnen und Patienten mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat, die bisher weder Erenumab noch Topiramat erhalten hatten, zu gleichen Teilen in 2 Gruppen randomisiert. Sie erhielten über 24 Wochen entweder Erenumab (monatlich 70 oder 140 Milligramm subkutan) oder Topiramat (oral 50 bis 100 Milligramm pro Tag nach individueller optimaler Wirksamkeit).

Primärer Endpunkt war der Therapieabbruch aufgrund unerwünschter Ereignisse. Der Anteil an Patientinnen und Patienten, die eine mindestens 50-%ige Reduktion ihrer ursprünglichen Migränetage erreichten, war ein sekundärer Endpunkt.

Im Ergebnis schlossen insgesamt 95,1 % der Teilnehmenden die Studie ab. In der Erenumab-Gruppe brachen 10,6 % die Behandlung aufgrund unerwünschter Ereignisse ab – gegenüber 38,9 % in der Topiramat-Gruppe (OR 0,19; p<0,001).

Signifikant mehr Patienten erreichten mit Erenumab eine mindestens 50-%ige Reduktion ihrer monatlichen Migränetage (55,4 % versus 31,2 %; OR 2,76; p<0,001). Das Sicherheitsprofil zeigte keine Auffälligkeiten. Insgesamt waren Verträglichkeit und Effektivität von Erenumab laut der DGN besser als von Topiramat.

„Gerade bei der Migräneprophylaxe ist eine zielgerichtete personalisierte Therapie heute sehr wichtig, um eine optimale Adhärenz zu erreichen. Grundsätzlich sollten aber auch nicht-medikamentöse Verfahren nicht unversucht bleiben wie beispielsweise Ausdauertraining, kognitive Verhaltenstherapie, Biofeedback und Entspannungstechniken. Bei Therapieresistenz beziehungsweise wenn die Behandlung der akuten Migräneattacken nicht ausreicht, stellt Erenumab eine vielversprechende Erweiterung der therapeutischen Möglichkeiten für die Prävention dar“, bewertete der Pressesprecher der DGN, Hans-Christoph Diener, die Ergebnisse. © hil/aerzteblatt.de

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