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Omikron in England und Irland dominant

Montag, 20. Dezember 2021

/catalin, stock.adobe.com

London – Die hoch ansteckende Omikron-Mutante ist in England und in Irland zur dominierenden Vari­ante des Coronavirus SARS-CoV-2 geworden. Das teilten beide Länder mit.

Omikron mache nun 60 Prozent aller Fälle im Land aus, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid gestern im Sky News-Interview. In Irland hat sich Omikron ebenfalls zur vorherrschenden Variante entwickelt. Man gehe nach aktuellen Analysen davon aus, dass die Hälfte (51,6 Prozent) aller bestätigten Infektionen Omikron-Fälle seien, hieß es vom irischen Gesundheitsministerium.

Die Variante hatte sich in den vergangenen Wochen rasant ausgebreitet: Allein vorgestern wurden im Vereinigten Königreich 10.059 neue Omikron-Fälle gemeldet – dreimal so viele wie am Tag zuvor. Auch in Schottland ist Omikron dominant.

Wissenschaftliche Berater fordern eine möglichst schnelle Verschärfung der Maßnahmen, um eine Über­lastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Man sei „fast sicher, dass es aktuell Hunderttausende neue Omikron-Infektionen pro Tag“ in England gebe – also eine hohe Dunkelziffer. Einige Modellierer warnen, ohne schärfere Maßnahmen drohten bis zum Jahreswechsel bis zu zwei Millionen Neuinfektio­nen täglich.

Boris Johnsons Regierung hofft noch immer, sich weitgehend auf den Schutz der Impfungen verlassen zu können. Gesundheitsminister Javid verschärfte den Ton gegenüber den rund fünf Millionen Ungeimpften – etwa zehn Prozent der Bevölkerung. „Sie müssen wirklich über den Schaden nachdenken, den sie der Gesellschaft antun, indem sie Krankenhausbetten belegen, die ansonsten für jemand anderen genutzt werden könnten, vielleicht jemanden mit einem Herzproblem oder einer Operation“, sagte der Minister.

Wegen der rapiden Ausbreitung der Omikron-Variante in Großbritannien warnen britische Mediziner vor massiven Personalausfällen. An Weihnachten könnten der British Medical Association zufolge ohne verschärfte Maßnahmen in England 32.000 bis 130.000 Beschäftigte im Nationalen Gesundheitsdienst (NHS) fehlen. Letzteres entspräche einem Zehntel der gesamten Belegschaft.

Der Guy's und St Thomas' Trust, der in London mehrere Krankenhäuser betreibt, bereitet sich wegen Hun­derter Krankmeldungen schon jetzt darauf vor, Personal aus anderen Bereichen auf die Intensivstationen und Notaufnahmen zu verlegen, um dort ausgefallene Beschäftigte zu vertreten.

„So geht es los“, schrieb der Berliner Virologe Christian Drosten auf Twitter. „Omikron wird zu massiven krankheitsbedingten Arbeitsausfällen führen. Auch in essentiellen Berufsgruppen.“

Auch in Irland war in den vergangenen Tagen und Wochen sowohl die Kurve der Neuinfektionen als auch die der Todesfälle steil angestiegen. Die Inzidenz, die in Irland nur für eine 14-Tages-Spanne angegeben wird, lag zuletzt (Stand: 13. Dezember) bei 1305 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Der medizinische Chef-Berater Irlands, Tony Holohan, sagte dem irischen Sender RTÉ zufolge: „Es hat weni­ger als zwei Wochen gedauert, bis Omikron zur dominanten Covid-Variante in Irland geworden ist, was zeigt, wie ansteckend die Variante ist.“ Es sei nun unbedingt notwendig, Kontakte zu beschränken und die Kurve der Neuinfektionen abflachen zu lassen, um unnötige Todesfälle zu verhindern und das Gesundheitssystem zu schützen.

Anfang Dezember hatte die irische Regierung neue Coronabeschränkungen eingeführt. So mussten Clubs zunächst wieder schließen und Theater oder Kinos dürfen nur die Hälfte ihrer Kapazitäten besetzen. Für private Treffen gibt es wieder Obergrenzen: So dürfen sich maximal Angehörige von vier Haushalten treffen. © dpa/aerzteblatt.de

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