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Politik

Coronaexpertenrat: Ohne Gegensteuern wird Gesundheitssystem „extrem belastet“

Montag, 20. Dezember 2021

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, obere Reihe 2.v.r) zu Beginn der virtuellen Sitzung des Coronaexpertenrats im Kanzleramt. /picture alliance, Bundesregierung, Guido Bergmann

Berlin – Der neue Coronaexpertenrat der Bundesregierung sieht wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante „Handlungsbedarf“ bereits für die kommenden Tage. „Wirksame bundesweit abgestimmte Ge­gen­maßnahmen zur Kontrolle des Infektionsgeschehens sind vorzubereiten, insbesondere gut geplante und gut kommunizierte Kontaktbeschränkungen“, heißt es in einer gestern in Berlin veröf­fentlichten ersten Stellungnahme.

Insbesondere für Ältere und andere Personen mit bekanntem Risiko für einen schweren COVID-19-Ver­lauf sei „höchste Dringlichkeit“ geboten. Modelle zeigen den Fachleuten zufolge, dass Boosterimpfungen alleine keine ausreichende Eindämmung der Omikron-Welle bewirken, sondern „zusätzlich Kontaktbe­schrän­kun­gen“ notwendig seien.

„Neben den notwendigen politischen Entscheidungen muss die Bevölkerung intensiv zur aktiven Infekti­onskontrolle aufgefordert werden“, erklärten die Experten. „Dazu gehören die Vermeidung größerer Zu­sammen­künfte, das konsequente, bevorzugte Tragen von FFP2-Masken, insbesondere in Innen­bereichen, sowie der verstärkte Einsatz von Schnelltests bei Zusammenkünften vor und während der Festtage.“

Die aktuell geltenden Maßnahmen müssten „noch stringenter“ fortgeführt werden. „Parallel sollte die Impfkampagne erheblich intensiviert werden. Die Boosterimpfungen, wie auch die Erst- und Zweitimp­fungen, müssen auch über die kommenden Feiertage mit allen verfügbaren Mitteln fortgesetzt und weiter beschleunigt werden. “

Nationale und internationale Modellierungen der Infektionsdynamik und möglicher Spitzeninzidenzen zeigten eine „neue Qualität der Pandemie“ auf, heißt es in dem Papier weiter. „Die in Deutschland ange­nommene Verdop­plungszeit der Omikron-Inzidenz liegt aktuell im Bereich von etwa 2-4 Tagen.“ Durch die derzeitig gültigen Maßnahmen sei diese Verdopplungszeit im Vergleich zu England zwar etwas langsamer, aber deutlich schneller als bei allen bisherigen Varianten.

„Sollte sich die Ausbreitung der Omikron-Variante in Deutschland so fortsetzen, wäre ein relevanter Teil der Bevölkerung zeitgleich erkrankt und/oder in Quarantäne“, heißt es. „Dadurch wäre das Gesundheits­system und die gesamte kritische Infrastruktur unseres Landes extrem belastet.“

Die Omikron-Variante bringe eine „neue Dimension“ in das Pandemiegeschehen. Omikron zeichne sich durch eine stark gesteigerte Übertragbarkeit und ein Unterlaufen eines bestehenden Immunschutzes aus.

Dem Coronaexpertenrat zur Beratung der Bundesregierung gehören etwa der Virologe Christian Drosten, die Virologin Melanie Brinkmann und die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, an – sowie unter anderen Thomas Mertens, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission und Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts. © dpa/aerzteblatt.de

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